So erzielen sie die beste Rendite: Auszahl- beziehungsweise Entnahmepläne
Die meisten deutschen Fondsgesellschaften bieten neben Sparplänen als einen weiteren besonderen Servicedienst Auszahlpläne oder Entnahmepläne an. Bei einem Auszahlplan können sie vereinbaren, regelmäßig einen bestimmten Betrag aus ihrem Investmentdepot ausgezahlt zu bekommen. Sie können dabei den Rhythmus (z.B. monatlich, quartalsweise) und die Höhe des Betrages frei bestimmen, so dass sie sich selbst eine Art zweite Rente zahlen können.
Die Fondsgesellschaften liegen hier wieder bestimmte Summen für die Höhe des Investmentdepots und die Auszahlungen fest. Bei Kapitalanlagegesellschaften muss das Fondsvermögen beispielsweise mindestens 5.000 € betragen und die Auszahlungen mindestens 50 € monatlich. Ähnlich oder leicht höher liegen die Größenordnungen auch bei anderen Gesellschaften. Bei Auszahlplänen sollte man grundsätzlich beachten, dass der Anlagebetrag jeweils durch die Auszahlung geschmälert wird, so dass ihr Kapital- je nach Höhe der Auszahlungen- dem Anlagebetrag entspricht und die Performance irgendwann einmal aufgebraucht sein kann. Es handelt sich also nicht um eine Leibrente, die automatisch so lange ausbezahlt wird, wie sie leben. Genau wie einen Sparplan können Sie Ihren Auszahlplan jederzeit wieder ändern; sie bleiben also sehr flexibel. Mithilfe eines Vorrausrechners, der inzwischen auf fast jeder Fondswebseite zu finden ist, können Sie Auszahlpläne mit oder ohne Kapitalverzehr berechnen. Außerdem sollten Sie beachten, dass bei Auszahlplänen der erwünschte Effekt negativ wirkt, denn sie müssen mehr Anteile verkaufen, wenn der Preisträger niedrig ist, und verkaufen wenige Anteile wenn sie teuer sind. Dadurch verhalten sie sich prozyklisch, was an der Börse nicht günstig ist. Es ist daher sinnvoll, einen Auszahlplan mit einem weniger stark schwankenden Forums beispielsweise mit einem offenen Immobilienfonds, einen Renten – oder Geldmarktfonds zu vereinbaren. Es wäre interessant zu wissen, wie stark der negative Wunscheffekt bei Auszahlplänen tatsächlich wirkt. Tatsächlich zeigt die Statistik, dass es günstiger ist, jeweils monatlich dieselbe Anzahl von Fondsanteilen zu verkaufen als sich monatlich denselben Betrag auszahlen zu lassen. Ob es allerdings für Sie als Anleger angenehm ist, monatlich schwankende Auszahlungsbeträge zu erhalten, die von der Formperformance abhängen, ist fraglich. Außerdem bieten nur wenige Fondsgesellschaften Auszahlpläne an, die sich auf die Anteilsauszahlungen beziehen. Sie müssen also jeweils einen separaten Verkaufsauftrag stellen, was in der Praxis umständlich ist. Viele Plattformen bieten jedoch eine regelmäßige Auszahlung nach Stückzahl an. Auch die Möglichkeit zur Teilliquidation kann für Anleger, die eventuell kurzfristig liquide Mittelmittel benötigen, ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Unter Teilliquidation versteht man das Recht, sich bis zu 90% seines angesparten Vermögens zum Rücknahmepreis auszahlen zu lassen, ohne dass das (Investment-) Konto aufgelöst wird. Innerhalb einer gewissen Zeitspanne (meist zwei Jahre) kann man dann den gleichen Betrag wieder zum Anteilswert anlegen; ein Ausgabeaufschlag oder andere Gebühren werden dann auf den wieder eingelegten Betrag nicht erhoben. Die meisten deutschen Fondsgesellschaften bieten die Möglichkeit der Teilliquidation an wenn sie ihre Fondsanteile bei einer Plattform halten, fragen Sie Ihren Berater, ob er ihnen in solchen Fällen den Ausgabeaufschlag reduziert oder erlässt.