Prognose der Wertentwicklung von Investmentfonds
Grundsätzlich sind die Prognosen von künftigen Wertentwicklung von Investmentfonds wie Wettervorhersagen: Wie die Meteorologen haben auch Fondsspezialisten Messmethoden und Strategien die über die Qualität eines Fonds Auskunft geben.
Aus den Ergebnissen lässt sich zwar nicht sicher sagen, was morgen passiert – doch geben sie jenseits von „Baisse” und “Hausse“ einen ungefähren Ausblick auf das, was den Anleger erwartet. Was dem Wetterforscher Thermometer, Satellitenbild aus der Luft und Wasser ist, sind den Experten Wertentwicklung, Schwankungen und Marktverhalten. Nach diesen drei Grundkriterien analysieren Fondsexperten die in Deutschland verfügbaren Fonds und bewerten sie auch.
Dieses Ergebnis wird oftmals in einer Bewertungszahl ausgedrückt: je höher die Bewertungszahl, desto besser ist das Management des geprüften Fonds. Ein gutes Management wiederum steht für die Qualität des Fonds auch in der Zukunft. Trotzdem bleibt – wie bei der Wettervorhersage – ein gewisser Unsicherheitsfaktor bestehen. Zu den Qualitätsmerkmalen eines Fonds, die für gewöhnlich in eine Bewertung einfließen gehören die Wertentwicklung, die Abweichung der Wertschwankungen nach oben und die abweichende Wertschwankungen nach unten im Vergleich zum Markt. Wie gut ein Fonds ist, zeigt sich nicht an der absoluten Wertentwicklung. Um zu wissen, ob das Management gut gearbeitet hat, muss man den Fonds mit dem Markt vergleichen, indem er investierte.
Die Punktzahl für die Wertentwicklung ergibt sich aus dem Wertzuwachs des Fonds im Verhältnis zum Wertzuwachs des Marktindexes des Landes bzw. der Branche, die als Wertmaßstab herangezogen werden. Als Beispiel: Bestimmte Märkte sind jährlich um 20% gesteigen. Das Vermögen des Fonds ist um den Faktor 1,2 gewachsen. Der Index hat um 10%, also um den Faktor 1,1 zugelegt. Die Punktzahl für die Wertentwicklung errechnet sich wie folgt: (1,2 geteilt durch 1,1) mal 100. Das Ergebnis ist 109,1.
In die Qualitätsbewertung fliesst außerdem das Schwankungsspektrum des Fonds mit ein, sprich: wie stabil ist die Wertentwicklung dieses Fonds? Wie stark fallen die Wertschwankungen aus? Im allgemeinen messen Fondsexperten die Stärke der Wertschwankungen über die Standardabweichung der monatlichen Wertzuwächse. Die Standardabweichung gibt an, in welcher Bandbreite die jährliche Wertentwicklung eines Fonds mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei dritteln um den langfristigen Durchschnitt schwanken kann. Für gewöhnlich wird dann die Standardabweichung in Prozent pro Jahr berechnet. Je höher die Wertschwankungen nach oben ausfällt, desto besser ist es für den Fonds, denn es zeigt: das Fondsmanagement ist in der Lage, zwischenzeitlich auf bessere als die bisher im Schnitt erreichten Ergebnisse einzufahren.
Mittags und abends teilen die TV-Nachrichten die neuesten Entwicklungen an den Börsen mit, am nächsten Morgen steht in den Tageszeitungen, um welche Werte sich die wichtigsten Börsenindizes der Welt geändert haben. Die Anleger schließen aus diesen Werten gerne, wie sich vor Mittwoch entwickelt hat. Das gelingt aber nur, wenn der Fondsmanager sich ähnlich verhält wie der Index, und bringt wenig bis nichts, wenn der Fondsmanager seine eigene Strategie verfolgt.