IG Metall: Setzt Zeichen

Branchenweit sollen bei der IG Metall zukünftig erstmals dieselben Lohnzahlungen für Stammbeschäftigte wie auch für Zeitarbeiter gelten. Es soll der Grundsatz des gleichen Geldes für gleiche Arbeit fortan dringend eingehalten werden, so gab der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, gegenüber dem Handelsblatt zu Protokoll. Die entsprechenden Verhandlungen, die am 6.9.2010 beginnen, betreffen 85.000 Beschäftigte. Tarifpolitisch ist dies eine Premiere: Firmen sollen Leihkräften eine Entlohnung zusichern, die über deren Zeitarbeiter-Tarifverträge hinausgeht. Burkhard spricht hier von einem “Aufschwungmanagement”, welches nur im Sinne der Mitarbeiter zu einem solchen werden kann. Man hoffe, hiermit ein Zeichen für andere Branchen, etwa anderer Metallbetriebe sowie auch der Elektroindustrie, zu setzen.

LBBW: Im Tief

Nach einem Plus in Höhe von 302 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im ersten Halbjahr 2010 ein Minus von 290 Millionen Euro. Dies teilte ein Sprecher des Geldinstitutes am 26.8.2010 mit. Abschreibungen auf Staatsanleihen hatten sich nämlich auf 650 Millionen Euro summiert; Bonds europäischer Staaten, die hoch verschuldet sind, waren im zweiten Jahresviertel deutlich an Wert gesunken. Das Handelsergebnis der Bank betrug nun nach diesem ersten Halbjahr Minus 710 Millionen Euro; diese Zahl hatte für den Vorjahresvergleichszeitraum 704 Millionen Euro im Plus gelautet. Die größte deutsche Landesbank beabsichtigt daraufhin, Geschäfte für Staatsanleihen wie auch für sonstiges Kreditersatzgeschäft um mindestens sechs Milliarden Euro zu verringern. Prognosen für den zweiten Halbjahreszeitraum gibt es seitens der Bankdirektion nicht.

Euro: Hält sich

Eine positive Stimmung in der bundesdeutschen Industrie hat den Euro am 26.8.2010 im asiatischen Börsenhandel unterstützt. Dem US-Dollar war der Euro um 0,1 Prozent näher gekommen, nämlich mit 1,2676. Gegenüber dem japanischen Yen stieg der Euro um 0,4 Prozent, dies bedeutete einen Betrag von 107,48. Dieser notierte zum US-Dollar mit 84,77. Die Notenbank soll nun von der japanischen Regierung um Lockerung der Geldpolitik gebeten werden; dies vermeldete die Zeitung “Asahi”. Ein US-Dollar wurde am Vormittag mit 1,0288 Schweizer Franken notiert, ein Euro mit 1,3066 Franken. Somit hatte es die europäische Gemeinschaftswährung wieder geschafft, sich oberhalb eines Sechswochentiefs zu halten, in welchem sie sich noch in der laufenden KW 34 befunden hatte.

Kik: Mindestlohn bundesweit sichergestellt

Kik führt ab 1.Oktober 2010 den Mindestlohn pro Stunde von 7,50 Euro ein; für Ballungsräume gelten auch derzeit bereits höhere Stundensätze, wie der 18.000 Mitarbeiter starke Konzern mitteilte. Ein solcher Schritt trägt entscheidend dazu bei, Aushilfskräfte in strukturschwächeren Regionen zur aktiven und kontinuierlichen Teilnahme am Geschäftsgeschehen zu motivieren. Diese Maßnahme wurde sowohl von der Gewerkschaft Verdi gelobt (diese hatte mehrfach gegenüber Kik den Vorwurf bzw. Verdacht des Lohn-Dumpings geäußert). Jedoch auch der Arbeitgeberverband HDE äußerte hierzu, dass genau dieses Verhalten marktgerecht und zukunftsorientiert sei, indem hier auf den Schutz eines Tarifvertrages eingegangen werde, nämlich dem des Einzelhandels. Einem solchen Beispiel könnten weitere Discounter-Ketten Deutschlands in absehbarer Zeit folgen.

Roche: Investiert in Krebsfrüherkennung

100 Millionen US-Dollar (ca. 80 Millionen Euro) investiert der Schweizer Pharmakonzern Roche, um das kalifornische Privatunternehmen BioImagine Inc. zu übernehmen. Diese Firma ist darauf spezialisiert, mikroskopische Gewebeproben in hoch aufgelösten Bildern abzubilden. Dies kann geschehen, um Pathologen Informationen an die Hand zu geben, die sich direkt auf Behandlungsentscheidungen elementar auswirken können. Dieser Bereich der personalisierten Medizin gehört zum Kerngeschäft der Abteilung Roche Diagnostics. Mit einem Zukauf wie diesem, der in seiner Transaktion nur in wenigen Wochen abgeschlossen sein wird, versetzt sich das Schweizer Familienunternehmen in die Lage, einen entscheidenen Fortschritt in der Entwicklung der Früherkennung von Brustkrebs zu leisten: Die automatisierte Bildanalyse in diesem Zusammenhang kann zu schnelleren und effektiveren Behandlungen führen.

Foster's: Brauhaus zu verkaufen

SABMiller und Asahi Breweries sind an einem Kauf des größten australischen Bierherstellers interessiert. Allein ein formelles Übernahmeangebot liegt noch nicht vor bzw. ist noch nicht veröffentlicht worden, wie Reuters aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Foster’s hatte im Mai angekündigt, das hauseigene Biergeschäft von dem hauseigenen Weingeschäft abzuspalten. Seither sind zahlreiche Bieter auf Foster’s zugekommen und zeigten Interesse an dem ca. 8 Milliarden Euro hohen Marktwert des Bierzweiges. Seit der Ankündigung, dass ein Verkaufsinteresse vorliegt, konnte ein Ansteigen des Aktienwertes der Firma beobachtet werden: Bisher handelte es sich um eine Wertsteigerung von 5 Prozent. Kommentare der Firmen Asahi und auch Foster’s wurden bisher nicht veröffentlicht.

HSBC: Expandiert

Die wertvollste Bank Europas, nämlich die HSBC, wird die Kontrollmehrheit der Nedbank für bis zu 4 Milliarden Euro aufkaufen. Letzteres ist eine afrikanische Bank, die noch mit 52 Prozent von der britisch-südafrikanischen Versicherungsgeselschaft “Old Mutual” kontrolliert wird. Afrika gilt als mit der interessanteste Wachstumsmarkt der Zukunft. Das Kürzel der HSBC lässt sich auflösen in “Hongkong and Shanghai Banking Corporation”; diese britische Bank wurde vor 145 Jahren gegründet und befindet sich mit ihrer Zentrale im Londoner Canary Wharf. Man hatte deshalb die Finanzkrise überlebt, weil man sich in all der Zeit an den “Emerging Markets” orientierte. Im ersten Halbjahr 2010 erzielte das Bankhaus vor Steuern einen (verdoppelten) Gewinn von 8,6 Milliarden Euro.

Intel: Bekämpft Viren

Die Halbleiterfirma Intel hat am 19.8.2010 verkündet, für 7,7 Milliarden US-Dollar die Antiviren-Firma McAfee zu übernehmen. Dies geschieht vor allem in der Absicht, weitere Entwicklungen in der Hardware mit der Sicherheitssoftware zu verflechten; Computernutzern wird hierbei ein sofortiger Schutz beim Kauf von Neugeräten an die Hand gegeben. Eine Aktie Intels ist nach dieser Ankündigung 48 US-Dollar wert (gegenüber dem Vortag bedeutet dies eine Steigerung um 60 Prozent). Das Unternehmen beschäftigt bisher 6.100 Mitarbeiter und besteht seit 1987. Beide Unternehmen liegen geografisch in direkter Nachbarschaft; der Geschäftssitz ist in beiden Fällen die Stadt Santa Clara in Kalifornien.

Sixt: Übertrifft Erwartungen

Mit auch höheren Preisen konnte der größte Autovermieter Deutschlands gegenüber dem Jahr 2009 einen Aufschwung verzeichnen. Die Halbjahresbilanz für das Jahr 2010 verzeichnet einen Gewinn von 25,7 Millionen Euro. Dies bezeichnet einen Gewinn im 2. Quartal vor Steuern in Höhe von 26,8 Millionen Euro (was eine Verdreifachung bedeutet). Analysten hatten lediglich mit 20,3 Millionen Euro gerechnet. 2008 hatte als Gesamtgewinn 61,4 Millionen Euro ergeben, 2009 jedoch nur 10,4 Millionen Euro. Deshalb bleibt Konzernchef Erich Sixt in seiner Prognose für den weiteren Verlauf des Jahres 2010 optimistisch, aber vorsichtig. Als eine Sicherungsmaßnahme in diesem Zusammenhang wird Sixt noch eigene Aktien in einem Gesamtwert von 20 Millionen Euro zurückkaufen.

Holcim: Richtung Minus

Die Halbjahresbilanz des schweizerischen Zementkonzerns lässt Wertverluste der hauseigenen Aktie folgen. Diese wird nun mit 65,10 Schweizer Franken bemessen (für den 19.08.2010 gilt hier ein Wechselkursergebnis von 49,06 Euro). Ein solcher Betrag bedeutet ein Absinken um 3,8 Prozent; die europäischen Bauwerte sanken in ihrem Index um 0,2 Prozent. Europas Märkte und die der USA werden zu vorsichtig in ihrer Konjunkturentwicklung eingeschätzt, als dass Anleger aktiver auf das Geschehen in der Baubranche reagieren würden, so heißt es aus gut unterrichteten Quellen. In der Vorjahresperiode hatte Holcim noch einen Gewinn von 527 Millionen Schweizer Franken (nach dem Wechselkurs wie oben: 397,2 Millionen Euro) erzielt; aktuell ist von einem (gesunkenen) Umsatz auf 10,9 Milliarden Schweizer Franken (8,21 Milliarden Euro) die Rede.

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