Sachsen: Büro in Mailand

Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” am 13.9.2010 vermeldet, wird die Porzellan-Manufaktur Meissen eine Vertriebszentrale mit weltweiter Kompetenz in Mailand eröffnen. Nicht mehr nur Geschirr, sondern zukünftig werden auch Tapeten, Teppiche sowie Wandverkleidungen aus Porzellan vertrieben. Diese Bereiche, Inneneinrichtung und Architektur, seien ein neues Geschäftsfeld und da läge es nahe, dies neben anderen Wohndesign-Unternehmern einzureihen, die sich traditionell in Mailand befänden, verlautbarte der Geschäftsführer Christian Kurtzke. Wie gehabt, so führe man die Produktion in Sachsen unverändert weiter.

Auch wenn man mit 36 Millionen Euro Umsatz noch im laufenden Jahr rechne, denke man noch nicht an schwarze Zahlen. Man habe erst im Juli 2010 180 der damals 784 Mitarbeiter entlassen. Gesellschafter des Meissener Porzellans ist der Freistaat Sachsen.

Frankreich: Handel mit China

Wie die französische Zeitung “La Tribune” am 13.9.2010 meldet, plant die EADS-Tochter Airbus, 150 Flugzeuge nach China zu verkaufen; hier liegt ein Auftragswert von 16 Milliarden US-Dollar vor. Die Zeitung konnte sich ihren Angaben zufolge auf verschiedene Kreise berufen, die einander bestätigen. Bereits im November 2009 wurden entsprechende Verträge unterzeichnet, als der chinesische Präsident in Frankreich weilte.

Bei 120 Flugzeugen handelt es sich um das Modell A 320, 20 Flugzeuge werden nach dem Modell A 330 und zehn nach dem mit der Typenbezeichnung A 350 gefertigt. Von der Firma Airbus ergab sich selbst noch keine weitere Stellungnahme, auch nicht in Verbindung mit der Meldung, es handele sich im Endergebnis möglicherweise tatsächlich um 200 Maschinen (wobei noch um einige Exemplare des A 380, einem Großraumflieger, aufgestockt würde).

Lufthansa: Gewinne steigen im August

Die Lufthansa konnte im August ein hohes Plus an Passagieren verbuchen. Wie die Airline – die größte in Deutschland – am 9.9.2010 mitteilte, verzeichnete sie im letzten Monat 9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahres-Vergleichszeitraum. Die absolute Passagierzahl wurde entsprechend mit 5,4 Millionen angegeben. Diese Zahlen betreffen allein Deutschland, jedoch konzernweit lässt sich die Geschäftssteigerung der Lufthansa in einem Mehr an 20 Prozent der Fluggäste ausdrücken. Die absolute Zahl in diesem Zusammenhang kann hier mit 8,5 Millionen Passagiere bezeichnet werden. Ein Grund dieser Steigerung ist etwa die Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft “Austrian Airlines” im Jahre 2009; auch die Frachtgesellschaft “Cargo” als Tochter der Lufthansa stieg im August um 18 Prozent. Die Frachtflugzeuge konnten um 2,2 Prozent mehr genutzt werden als im Vormonat; dies entspricht einer Auslastung in Höhe von 68 Prozent. Die Passagierflugzeuge sind mit 82,9 Prozent ausgelastet.

Deutsche Discounterpreise sinken

Die Supermarktketten Rewe und Edeka senkten die Preise und orientierten sich damit an dem aktuellen Vorgehen des Discounters Aldi. Es sind dies die Billigmarken “Ja” und “GutGünstig”, die um zwischen 20 Prozent (Tomatenmark) bzw. 3,5 Prozent (italienische Vorspeisen) schwankt. Auch sind dies neben anderen Kekse, Schokolade, Hundenahrung, welche einer auffälligen Preissenkung in den Discountern unterzogen werden. Aldi gibt in der Billiganbieterbranche der Supermärkte stets die Preise an, an denen sich die anderen orientieren müssen. Dies liegt vor allem auch daran, dass die weltweite Lebensmittelkette Aldi mit Hauptsitz in Essen sich hauptsächlich aus Eigenmitteln finanzieren kann, während andere Märkte kreditfinanziert werden und so möglichst Preissenkungen im Rahmen halten wollen. Dennoch müssen sie wettbewerbsfähig bleiben.

Deutsche Verbraucherpreise steigen

Wie das Statistische Bundesamt am 9.9.2010 mitteilte, sind die Verbraucherpreise in Deutschland innerhalb der letzten zwölf Monate spürbar gestiegen. Nahrungsmittel stiegen in dieser Zeit um 2,8 Prozent, Fisch, Gemüse und Obst um 11,8 Prozent. Auch Heizölpreise wurden um 15,6 Prozent höher als im Vorjahr notiert, bei Diesel und Benzin stiegen die Preise um 5,6 Prozent. Bei Kleidung ließ sich ein Preisanstieg von 2,2 Prozent verzeichnen. Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) erwartet für den weiteren Verlauf des Jahres noch eine Steigerung um 1,1 Prozent aller Preise, für 2011 errechnen die Experten eine allgemeine Preiserhöhung um 1,6 Prozent.

Europäische Zentralbank will Verbraucherpreise stabil halten

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei darum bemüht, die Preise im Euroraum stabil zu halten. So heißt es in dem Monatsbericht, den das Institut am 9.9.2010 veröffentlichte. Zum einen wird seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise der europäische Leitzins auf 1,0 Prozent gehalten, zum anderen werden die Märkte der Länder mit günstigem Geld versorgt. Diese, wie es heißt, vorübergehenden Sondermaßnahmen, schüren jedoch Ängste vor Inflation. Für den Euroraum lag die Rate im Juli 2010 bei 1,7 Prozent, im August bei 1,6 Prozent; weitere Steigerungen für dieses Jahr sind noch absehbar. Der EZB ist es ein Ziel, diese Zahl generell unter 2,0 Prozent zu halten.

Autozulieferer gewinnt beträchtlich

Der Kolbenhersteller Mahle konnte 2010 wieder schwarze Zahlen verzeichnen. Dies ist eine gute Nachricht im Vergleich zum letzten Jahr, in welchem nur 3,8 Milliarden Euro an Umsatz erwirtschaftet wurden. In diesem Jahr jedoch steigerte sich der Gesamterlös um 38 Prozent: Nicht mehr ein Minus von 379 Millionen Euro, sondern Gesamterlöse in Höhe von 2,5 Milliarden Euro lassen sich im laufenden Jahr verzeichnen; für den Umsatz im Ergebnis für den aktuell absehbaren Jahresabschluss lassen sich 4,9 Milliarden Euro an gesamtem Umsatz hochrechnen, wie es zum 6.9.2010 von der Leitung des Unternehmens (nämlich dem Direktor Heinz Junker) in Stuttgart verlautbart wurde.

Privatinsolvenzen steigen beträchtlich

Das erste Halbjahr 2010 kann mehr als 69.000 Privatinsolvenzen in Deutschland verbuchen. Dies sind 12,8 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich, so analysierte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel. 2007 war bisher als “Rekordjahr” mit insgesamt 137.000 Privatinsolvenzen in die Geschichte eingegangen; jedoch dies, so meinen Experten, kann 2010 noch übertroffen werden. Als Ursachen können einzeln oder kombiniert ein falsches Konsumverhalten, Trennungen, Krankheitsperioden sowie Arbeitslosigkeit festgestellt werden. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 85 Insolvenzen pro 100.000 Einwohner; im Norden Deutschlands wird dieser jedoch weit übertroffen: Hier konsultierten im Verhältnis zur selben Einwohnerzahl in Bremen 167, in Niedersachsen 115 sowie in Schleswig-Holstein 114 Privatpersonen das Insolvenzgericht.

Krankenversicherungssystem wird gerechter

Wie die “Financial Times Deutschland” berichtet, werden zukünftig die privaten Krankenversicherungen dieselben Preise für Arzneimittel zahlen, wie es bei gesetzlichen Versicherern der Fall ist. Dies, so heißt es, solle im Rahmen der Gesundheitsreform angegangen werden; zusätzlich werde weiterhin auf eine intensivierte Kooperationsbereitschaft zwischen PKV und GKV Wert gelegt. Bisher nämlich zahlten Privatversicherer weit höhere Preise für gleiche Leistungen; dies jedoch wird im Rahmen des “Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts” langfristig nicht mehr der Fall sein, wie Experten der Union wie der FDP feststellten. Es sei nicht mehr haltbar, dass bestimmte Industriezweige nicht marktgerecht, sondern durch willkürliche Preispolitik (hier: die PKV waren bisher von Preisregeln der GKV ausgeschlossen) profitieren.

(Süd-)Deutsche zahlen zögerlicher

Wie eine Studie feststellt, hat sich die Zahlungsmoral der Bundesbürger noch verschlechtert; vor allem gegenüber süddeutschen Unternehmen. 2.200 Unternehmen in 10 Ländern Europas waren gemeinsam von der EOS sowie vom Marktforschungsinstitut Ipsos befragt worden. 2009 waren in Deutschland noch 2,1 Prozent aller Rechnungen nicht bezahlt worden, 2010 sind es derzeit bereits 2,8 Prozent. Dies gliedert sich in Geschäftskunden, die nicht zahlen (2,8 Prozent) und in Privatkunden (2,6 Prozent). Da jedoch, so begründet man es, im Süden Deutschlands wichtige Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Unternehmen mit Exportanteil beheimatet sind, sind dort auch die Forderungsausfälle am höchsten, insbesondere von Geschäftskunden (4,2 Prozent). Positiv formuliert heißt dies: 81,4 Prozent aller Deutschen zahlen innerhalb von 20 Tagen; dies tun ebenso 84,4 Prozent aller Ostdeutschen. Deswegen: Im Vergleich zu den anderen untersuchten europäischen Staaten kehren sich trotz allem (pauschal-statistisch betrachtet) die Deutschen als auffällig pünktlich zahlende Kunden heraus.

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