Optimale Anlagestrategien
Man sollte seinen Fonds nicht gleich nach Beendigung der Einzahlungen zu Geld machen: Für die zuletzt gezahlten Raten können Anleger in diesem Fall kaum den Ausgabeaufschlag wieder hereinholen. Erfahrungsgemäß dauert es ein paar Monate, manchmal etwas länger. Warten lohnt sich in doppelter Hinsicht. Andererseits darf man seine Renditechancen auch nicht verpassen. Auf jeden Fall ist die Kontrolle des Sparziels wichtig. Im letzten Drittel der Sparplanlaufzeit ist es notwendig, die Wertentwicklung der Fondsanteile regelmäßig zu folgen. Man muss nicht täglich in den Börsenteil der Zeitung schauen, aber einmal pro Monat sollte man sich schon über den Kurs informieren. Oft ist das Anlageziele schon lange vor Ablauf des Sparplan erreicht. Schade nur, wenn es der Anleger gar nicht merkt. Mithilfe der monatlichen Auszüge der Fondsgesellschaft können Anleger berechnen, wie es um die Wertentwicklung ihres Fondsvermögens bestellt ist, und ihren Anteil im richtigen Moment versilbern. Frei nach dem Motto: Anlageziele erreicht. In einem sicheren Hafen, zum Beispiel auf einem Festgeldkonto oder in einem Geldmarktsfonds ohne Ausgabeaufschlag, kann das Geld bis zum Ende der ursprünglich geplanten Laufzeit weiter Zinsen bringen. Diese nüchterne Methode der Rentenversicherung hat nur einen Haken: In Börsenphasen können Aktienfonds eine weitaus höhere Rendite abwerfen, als man sich ursprünglich erträumt hat. Auf sehr lange Sicht sind durchschnittliche Wertzuwachs von über 12% zwar wenig wahrscheinlich, aber es gibt immer wieder Jahre, in denen ein internationaler Aktienfonds 30% oder mehr zugelegt. Durch einen dem Planziel entsprechenden Ausstieg aus dem Sparplan macht man sich die zusätzlichen Renditechancen kaputt – ein Nachteil, mit dem sich jedoch leben lässt. Sollte ein auf Sicherheit bedachter Anleger von vornherein auf Sparplan-Rentenfonds ausweichen? Er hätte dann auf jeden Fall weniger Stress. Auf lange Sicht interessant sind hohe Renditen- und die lassen sich nur durch eine aktienorientierte Anlage erwirtschaften. Von vornherein sowohl mit einem Aktien- als auch mit einem Rentenfonds zu sparen, scheitert meist an den finanziellen Voraussetzungen: Wer hat schon Monat zu Monat genügend Geld für zwei Sparpläne übrig. Bleibt als Sicherheitspuffer folgende Möglichkeit: jeweils am Ende des Jahres wird ein Teil des Sparbetrages aus dem Aktienfonds entnommen und in einem Rentenfonds umgeschichtet. Man könnte auf diese Weise den Börsenrisiko mehr oder weniger Anlagesicherheit beimischen. Um das Verlustrisiko im gleichen Maße wie durch eine einjährige Wartezeit senken, muss der Rentenanteil im Depot 42% betragen. Die Wahrscheinlichkeit eines Verlust liegt dann nur noch bei 4%. Wer’s immer noch zu waghalsig findet und sein Risiko auf unter 1% drücken will, muss eine konservative Strategie wählen: mindestens 50% Rentenfonds plus einen einmaligen Anlagebetrag. Schade nur, dass soviel Sicherheitsdenken auch die Ertragsaussichten schmälert. So stehen die Chancen schlecht, mit einem Depot außerhalb Aktien- und Rentenfonds eine jährliche Rendite von 12% zu erreichen: Auf fünf Jahre rechnet sich so etwas nur in drei von 10 Fällen. Risikofreudige Anleger, die ganze Aktion voraussetzen, haben immerhin eine um 10% bessere Chance. Und die lässt sich, wie gesagt, durch Wartezeiten beträchtlich erhöhen. Die Beimischung von Rentenfonds hilft also das Verlustrisiko deutlich zu senken – allerdings längst nicht so effizient wie von vornherein einkalkulierte Wartezeiten. Wer auf den Faktor Zeit setzt, erhöht außerdem seine Gewinnaussichten. Dagegen schmälert ein rentenlastiges Depot die Renditechancen erheblich.