Kauf und Verkauf von Investmentanteilen: Internet und Börsenhandel

Inzwischen bieten viele Web-Seiten einen umfassenden Service und die Anteilsdevisenkurse werden entsprechend eingespielt. Neben der Möglichkeit, Musterdepots einzurichten, können sich hier die neuesten Wirtschaftsnachrichten und Analystenkommentare lesen oder aktuelle Kursgrafiken und Chats abrufen. Der Börsenhandel von Fondsanteilen ist nicht neu. Exchange Trade Fonds gibt es seit 2000 in Europa. Sie werden ohne Ausgabeaufschlag an der Börse gehandelt. Es ist denkbar das auf dem Börsenhandel konventioneller Art der Anteil von Fondsanteilen fast unbemerkt für Privatanleger verläuft- abgesehen von ein paar gut informierten Händlern. Immerhin begann die Börse Hamburg/Hannover bereits 2002, Fondsanteile zu handeln. Die Vorteile des Börsenhandel von Investmentfonds sind für Privatanleger auf den ersten Blick interessant: zum einen fallen die Mindesteinlagen weg, da an der Börse auch ein einziger Fondsanteil gekauft werden kann. Außerdem lässt sich mit Limits und stop losses ausarbeiten, was beim Kauf über die Fondsgesellschaft nicht möglich ist. Darüberhinaus wird über die Börse die Order sofort ausgeführt, bei laufender Kursfeststellung inzwischen 24 h; auch vorbörslicher Handel ist damit möglich. Während es bei einigen Fondsgesellschaften mehrere Tage dauern kann, bis der Verkaufserlös auf dem Kundenkonto gut geschrieben ist, sind es an deutschen Börsen zwei Valutatage. Die Fondsbörsen haben sich auch als funktionierender Handelsplatz in schwierigen Situationen bewährt, beispielsweise im Zusammenhang mit der Schließung einiger offener Immobilienfonds zu Ende 2005. Hier stellen die Behörden die einzige Möglichkeit für Anleger dar, ihre Vorteile zu liquidieren, wenn auch der Börsenkurs zum Teil einen deutlichen Discount zum Nettoanlagevermögen aufbaute. Auch Fonds, bei denen die Ausgabe neuerlicher Anteile eingeschränkt ist, sind über eine Börse manchmal noch erhältlich. Allerdings: Börsenhandel ist nicht immer günstiger als konventioneller Kauf! Das Argument der günstigeren Kosten ist nicht immer stichhaltig: es fallen Wertpapierhandelsprovisionen bis zu 1% sowie Maklercourtage bis zu 0,08% an – und zwar sowohl beim An- als auch bei Verkauf. Dagegen erfolgte Verkauf von Fondsanteilen über die Fondsgesellschaft in der Regel kostenfrei. Außerdem weisen einige Fonds an der Börse höhere Kurse von bis 2% auf. Berücksichtigt man dann noch Depotgebühren von rund 0,125% pro Jahr, rechnet sich der Börsenhandel von Fondsanteilen besser, wenn man sie bei einem Discountbroker kauft. Da die gehandelten Volumina teilweise gering sind, empfiehlt es sich unbedingt, streng mit Limits zu arbeiten.
Aus Kostengesichtspunkten fahren Anleger am günstigsten, wenn sie Anteile über ein Discountbroker kaufen und dann zum Ende der Anlagedauer an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Allerdings verweisen manche Banken auf die Lagerstättenproblematik, die es technisch unmöglich mache. Zum Rückkauf sind Fondsgesellschaften jedoch verpflichtet. Doch in Zeiten in denen die Ausgabeaufschläge zunehmend unter Druck geraten, fährt der Anleger eventuell doch besser bei der Variante ohne Börsenhandel. Ältere Richtlinien sollten dem Verbraucher mehr Schutz bieten, mehr Dokumentation, und gleichzeitig befördern sie auch den Papierkrieg. Basis ist eine EU-Direktive für Unternehmen der Finanzbranche in der EU. Die Direktive dient der Regelung und Organisation von Wertpapierbörsen und den Vertrieb von Wertpapieren durch Finanzdienstleister. In Deutschland etwa setzte die Finanzmarktrichtlinie Umsetzungsgesetz (E.R.U.G) die EU-Richtlinie in nationales Recht um. Das Gesetz trat am 1.11.2007 in Kraft und enthält folgende wichtige Eckpfeiler: Überprüfung von Wertpapiergeschäften auf ihre Eignung für den Kunden – dazu zählt der Fassung der finanziellen Ziele, der Verhältnisse und Erfahrungen der Kunden; Klassifizierung der Kunden in private und professionelle Anleger; ausführliche Produktaufklärung; Offenlegung aller mit dem jeweiligen Produkt verbundenen Kostenprovisionen; Order-Ausführung am günstigsten Handelsplatz; Bestandsprovisionen: Wertpapier -Dienstleistungsunternehmen müssen nachweisen, dass sich durch den Bezug von Bestandprovision der Kundenservice verbessert. Durch das Wertpapierdienstleistergesetz soll die Anlageberatung und die Stärkung des Anlegerschutzes sowie die Offenlegung der Anlageberatungskosten in den Vordergrund treten.










Comments are closed.



Suche nach Forex Themen



eToro