Garantiefonds-Zinsgarantie inklusive!
Normalerweise können Fonds keine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis geben. Eine Ausnahme sind Garantiefonds. Damit geben die Fondsgesellschaften beziehungsweise befreundete Banken dem Anleger eine konkrete Garantie, die unterschiedlich ausformuliert sein kann. Es kann eine Garantie auf Kapitalmehrheit erteilt werden.
Dies bedeutet, der Anleger erhält nach einer bestimmten Zeit mindestens 100% seines eingesetzten Kapitals (allerdings abzüglich Ausgabeaufschlag und eventuell zu zahlenden Steuern) zurück. Es kann die Garantie erteilt werden, dass der Anteil der Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht über einen maximalen Prozentsatz hinaus fallen kann (z. B. Anteilspreise nicht mehr als 5% ein Jahr). Es kann die Garantie erteilt werden, das der Fonds eine bestimmte minimale Performance erreicht. Bei dieser Version gibt die Fondsgesellschaft summarisch zum Jahresanfang einen verbindlichen Anteilspreis für das Jahresende bekannt. Es kann eine Garantie erteil werden auf einen Mindest-Ausschüttungsbetrag. Dies eine unsinnige Garantie, da die Ausschüttung zulasten des Kapitals stattfinden kann. Die Garantiefonds, die hierzulande angeboten werden, kommen fast alle aus Luxemburg, der deutsche Fondsgesellschaften bis vor Kurzem keine Garantiefonds auflegen durften. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vertrat lange den Standpunkt, die Abgabe einer Garantie sei eine nicht zulässige Nebentätigkeit für eine Investmentgesellschaft. Erst Ende 2005 gab die Bafin grünes Licht für Garantiefonds. Jetzt dürfen deutsche Fondsgesellschaften sowohl für Sondervermögen als auch für Fonds Garantien abgeben. Außerdem muss die Kapitalanlegung nur soweit erfolgen, wie der Fonds tatsächlich aktiv ist, was Vorgesellschaft eine günstige Eigenkapitalvorschrift darstellt. Der Siegeszug der Garantiefonds begann 1990, als die ersten Geldmarktsfonds mit Garantie auf dem deutschen Markt kamen.
Für sie wurde eine Mindest-Performance garantiert, als die Geldmarktzinsen sehr hoch waren und einen Mindest – Performance von 8% pro Jahr garantiert werden konnte. Bei den heutigen niedrigen Zinsen sehen die Mindest-Zinsen, die bei Geldmarktsfonds garantiert werden können, so gering aus, dass dies kein Anleger hinter dem Ofen hervor lockt.
Seit circa 1992 gibt es Vermögensverwalterfonds mit Garantie. Um den Anlegern die Gewissheit zu geben, dass diese Fonds konservativ verwaltet werden, gab zum Beispiel eine luxemburgische Vorgesellschaft die Garantie, dass ihre Fonds in einem bestimmten Zeitraum nicht mehr als 5% sinken könnte. Im Jahr 1995 setzte dann ein Boom der Aktienfonds mit Garantie ein. Sie ermöglichen es dem Anleger, an den Aktienbörsen teilzuhaben – wenn auch in abgeschwächter Form -, und bieten ein Sicherheitsnetz nach unten. Sie geben eine bestimmte Garantie (z. B. mindestens 95% oder 100% des Betrages per Stichtag) und eine prozentuale Beteiligung oder Partizipation an einem bestimmten Aktienindex – zum Beispiel 60% der Wertentwicklung des DAX, 80% der Nikkei – Index. Viele Aktien-Garantiefonds haben eine bestimmte Laufzeit, bei deren erreichen sie aufgelöst werden. Die Garantie erreicht man nur, wenn die Fondsanteile innerhalb der Zinsperiode erworben werden, danach kann man auf keine Anteile verzichten, wenn die Anteile bis zum Garantiezeitpunkt gehalten werden.
Zwischendrin kann ein Garantiefonds durchaus Verluste erleiden. Der Fondsmanager hat zwei Möglichkeiten, um die Garantie zu erfüllen: Entweder kauft er ein Aktienportfolio und Verkaufsoption zur Absicherung oder erkauft festverzinsliche Wertpapiere und Kaufoption auf den jeweiligen Marktindex. Die meisten Fondsmanager wählen den zweiten Weg.
Dabei legt der Fondsmanager den Großteil des Vermögens, circa 70 bis 80% (je nach Zinssituation), im sogenannten Absicherungskapital an, was er mit wenig Risiko in festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilienfonds investiert. Mit den Zinsen und Zinseszinsen wächst die Absicherung der Kapitalnutzung bis zum Auszahlungszeitpunkt in zwei bis fünf Jahren auf die garantierte Mindestsumme an. Das restliche Geld (circa 20% des Fondsvermögens), das so genannte operative Kapital, wird spekulativer angelegt, zum Beispiel in Aktien. Die neuen Garantiefonds investieren dabei auch in neuen Börseninstrumenten, wie Terminmarktinstrumenten. Geht die Investition des operativen Kapitals auf, erhöht dies in Anteilspreis über die garantierte Summe hinaus. Schlägt die Investitionen völlig fehl (z. B. Totalverlust) ist immer noch die garantierte Summe dar, auf die das Absicherungskapital inzwischen angewachsen ist.