Fondsentnahmepläne und Investmentfondsparpläne im Vergleich
Mit Investmentfonds für die Zusatzrente sparen: Diese Anlagestrategie ist weithin bekannt. Aber was ist mit der umgekehrten Variante? Man kann ja auch eine größere Summe in einem Aktien- oder Rentenfonds stecken und sich daraus ein monatliches Zusatzeinkommen auszahlen lassen. Das Ganze nennt sich dann Entnahmeplan. Dass dieses Modell selten empfohlen wird, hat seine Gründe. Eigentlich ist ein Fonds-Entnahmeplan nichts anderes als ein Fondssparplan mit umgekehrten Vorzeichen. Und genau da liegt das Problem: Dem Fondsanleger können nämlich Börsenturbulenzen ziemlich egal sein, wenn er seinen Plan langfristig angelegt. Es muss nur genug Zeit bleiben, damit sich die Aktiennotierungen und die von Kurse wiederholen können. Auf Sicht von 20 oder 30 Jahren ist dies äußerst wahrscheinlich. Dem Anleger winken letztlich saftige Renditen. Börsenkrisen haben für Fondssparer sogar etwas Gutes: Er bekommt seine Anteile vorübergehend relativ billig. Kritisch wird es nur, wenn die Kurse kurz vor dem geplanten Ausstieg purzeln. Dann kann man sein Sparplan aber immerhin noch einige Jahre länger laufen lassen, bis die Kurse wieder steigen. Bei Entnahmeplänen verhält sich das Ganze genau umgekehrt. Da Monat für Monat ein fester Betrag aus dem Fonds herausgezogen wird, wird sich jeder Kurssturz nachteilig aus. Schließlich macht man in den Folgemonaten diese im Wert gefallenen Fondsanteile zu Geld und beraubt die Summe der Anlage auf eine kurze Erholung. Was weg ist, kann auch nicht mehr an Wert gewinnen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Aktienfonds sind nun einmal die Rendite stärkste Anlageform, von der man auch im Rentenalter profitieren kann und sollte. Schließlich sind selbst von einem Börsencrash immer nur jene Fondsanteile direkt betroffen, die in den Folgemonaten verkauft werden müssen, der Rest des Aktienvermögens hat alle Aussichten auf eine Erholung. Was also tun? Bevor man sich für eine konkrete Anlageform entscheidet, müssen folgende Fragen geklärt sein: Wofür wird der monatliche Auszahlungsbetrag benötigt? Zur Erhaltung des aktuellen Lebensstandards, als willkommenes Zugeld oder sogar für die Grundversorgung? Welche Summe soll monatlich zur Verfügung stehen? Für welche Zeitspanne soll die Monatsraten mindestens reichen? Kann das Geld vollständig verbraucht werden oder soll am Ende möglichst übrig bleiben?
Fondsentnahmepläne haben hohe Renditechancen, bergen aber auch die Gefahr von Kapitalverlusten. Sie eignen sich daher nicht zur Existenzsicherung. Entnahmepläne aus Aktienfonds versprechen eine um rund 3% höhere Jahresgrenze als eine private Rentenversicherung. Für den Risiko bewussten Senioren, dessen Grundversorgung gesichert ist, sind sie daher eine interessante Alternative. Je nach Wahl der Auszahlung bleibt das eingezahlte Kapital in vielen Fällen erhalten oder kann sich sogar vermehren. Anders als bei der Rentenversicherung kann sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas vererbt werden. Je länger der Anlagezeitraum, in desto günstiger ist die Anlage in Aktienfonds. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Entnahmeplan sehr lange hält, kommt mit dem Aktienanteil. Auch wenn viele Menschen gern wie Methusalem steinalt werden möchten – bei bester Gesundheit, versteht sich -, ist ein Blick auf die durchschnittliche Lebenserwartung hilfreich: Nach der Statistik haben Frauen nach Vollendung des Fünfundsechzigsten weitere 19 Lebensjahre. Bei Männern sind es nur vier Jahre weniger, sie werden im Durchschnitt nur 80 Jahre alt. Auf dieser Basis sollte man also seine Überlegungen für die Versorgung im Alter stellen.