Die private Arbeitslosenversicherung: Worauf sollte man achten?

Als erster deutscher Versicherer bot die Volksfürsorge im Januar 1996 eine private Arbeitslosenversicherung an. Noch nie in der Nachkriegsgeschichte der deutschen Assekuranz war das Echo auf einen neuen Tarif so groß: Das neue Produkt hat noch viele Macken, vor allem ist es teuer. Die Volksfürsorge verspricht ein privates Arbeitslosengeld, dass die staatliche Leistung bis zu 90% des letzten Nettoeinkommens auffüllt. Für 540 € zusätzlich zum Arbeitslosengeld zahlt der Arbeitnehmer mit 1500 € Nettoeinkommen 54 € Monatsbeitrag. Die Volksfürsorge zahlt in die Nachlaufzeit des Vertrages
Leistungsbeanspruchung 60 bis 100% seiner Beiträge zu. Die Verzinsung beträgt allerdings nur knapp 2%. Auch der Tarif selbst hat viele Fußangeln: Versichert wird nur, wer drei Jahre (Osten: zwei Jahre) unbefristet beim deutschen Arbeitgeber beschäftigt ist. Zwei Jahre muss er Versichertenbeiträge (Wartezeit), bevor er erstmals Leistungen bekommen kann. Danach muss erneut drei Jahre warten, bevor die Versicherung wieder eintritt. Schutz erhalten überhaupt wieder zwischen zwei 20 und 50 Jahren. Die Risikogruppen sind ausgeschlossen: Teilzeitkräfte und über 50 Jährige. Die Volksfürsorge bietet keinen originären Schutz gegen Arbeitslosigkeit, sondern eine private Zusatzversicherung für höheres Arbeitslosengeld. Wer kein Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, sie dann keinen Pfennig vom Versicherer. Inzwischen bietet der Deutsche Lloyd einen Vertrag, der bei Arbeitslosigkeit die Zahlungen nicht aufstockt und die Beiträge und Ratenzahlung des Arbeitslosen für Versicherungen, Bausparkassen, Hypothekenbanken und die Fonds-Gesellschaften übernimmt. Der Arbeitslose bekommt also kein Geld ausbezahlt, sondern der Versicherer überweist die Raten direkt an den jeweiligen Zahlungsempfänger, sogar bei Überziehung des Girokontos. Der Schutz ist damit besser als eine klassische Restschuldversicherung, die bei Arbeitslosigkeit nicht einspringen würde. Vorzug gegenüber der Volksfürsorge: Die Wartezeit beträgt nur sechs Monate, man ist keine Sekunde von der Beitragszahlung befreit und Leistung werden bis zu drei Jahre erbracht. Pferdefuß: Der Jahresbeitrag hängt von der Leistungsdauer, Geschlecht, Alter und Ausbildung ab und steigt jedes Jahr um 5% an. Häufig werden fünf Euro Beitrag je 500 € Versicherungssumme verlangt. Ostdeutsche müssen einen Risikozuschlag von 60% berappen, weil das Risiko, arbeitslos zu werden, in den östlichen Bundesländern höher ist. Dadurch lohnt die Police sich für Ostdeutsche nicht. Gegenüber dem Deutschen Lloyd übernimmt amerikanische Versicherer sind also wieder französische Versichertenkarten. Die Zahlungsverpflichtungen betreffen also nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Tod. Allerdings kann der Kunde die Police nicht direkt abschließen, sondern nur der entsprechende Gläubiger. Der Anleger ist gegen Ausfall der Steuerersparnis durch Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Tod versichert. Der Versicherer übernimmt auch die gesamte Deckungslücke zwischen dem staatlichen Arbeitslosengeld und dem vollen bisherigen Nettoeinkommen (Wartezeit: drei Monate). Preis: 6,5% der monatlichen Versicherungssumme, unabhängig von Alter, Geschlecht und Bundesland. Inzwischen bieten andere Versicher ähnliche Angebote, die auch der einzelne Kunde direkt abschließend kann. Häufig sind allerdings zur Zahlung 700 € pro Monat versicherbar. Diese Ergänzungsversicherungen sind verhältnismäßig teuer, ohne das Risiko Arbeitslosigkeit wirksam abzusichern.










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