Das Liquiditätsrisiko

Die Liquidität einer Kapitalanlage beschreibt die Möglichkeit für Anleger, Vermögenswerte jederzeit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Dies ist dann der Fall, wenn Anleger Wertpapiere verkaufen können, ohne dass ein – gemessen am Umsatzvolumen – durchschnittlich großer Verkaufsauftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt und nur auf deutlich niedrigerem Kursniveau abgewickelt werden kann. Breite und Tiefe des Marktes und die Schnelligkeit und Problemlosigkeit der Transaktionen entscheiden. Tiefe besitzt ein Markt wenn viele offene Verkaufsaufträge zu Preisen unmittelbar über dem Markt vorhanden sind und umgekehrt viele Kaufverträge zu Preisen unter der unter dem aktuellen Kursniveau.

Breite besitzt der Markt hingegen, wenn diese Aufträge nicht bezahlt sind, sondern sich außerdem auch auf hohe Handelsvolumen ihr beziehen. Enge und illiquide Märkte führen zu Schwierigkeiten beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. In vielen Fällen kommen tagelang ähnliche Notierungen an der Börse zustande, oder das umsatzstärkste Segment entscheidet. Für solche Wertpapiere bestimmen Kursangebot (Briefkurs) oder Nachfrage (Geldkurs). Unter diesen Umständen ist eine Abwicklung des Kaufs- oder Verkaufsauftrages nicht sofort, nur in Teilen oder nur zu ungünstigen Bedingungen möglich. Zusätzlich können höhere Transaktionskosten entstehen. In Iliquiditätsphasen wird aufgrund der Ausgestaltung des Wertpapiers oder des Marktes geschlossen: Die Liquidität kann aus anderen Gründen eingeschränkt sein. So ist bei Wertpapieren, die auf Namen lauten, die Umschreibung zeitaufwendig. In Spanien ist die Handelbarkeit von Neuemissionen oft bis zu deren Zertifizierung ausgeschlossen. Das kann mehrere Monate dauern. In einigen Ländern, wie Frankreich oder Italien, können aus bedingte Erfüllungsfristen bis zu sechs Wochen betragen; den Käufern von Wertpapieren fließen die Verkaufserlöse entsprechend spät zu. In Ländern Südostasiens, sogenannten Tigerstaaten, ist nach dem Erwerb von Wertpapieren ein kurzfristiger Kauf verkaufen mitunter nicht möglich.
Oft wirken irrationale Faktoren auf die allgemeine Kursentwicklung an der Börse ein: die psychologischen Marktgesetze. So können Stimmungen, Meinungen und sogar Gerüchte bedeutende Kursrückgänge verursachen. Und das, obwohl sich die Ertragslage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen nicht einmal nachteilig verändert haben müssen. Vom psychologischen Marktrisiko sind in erster Linie Aktien betroffen. Einem besonderen Risiko sind kreditfinanzierte Wertpapierdepots ausgesetzt. Besonders dann, wenn Anleger kurzfristig liquide Mittel brauchen. Zwar ist die Beleihung des Wertpapierdepots eine Möglichkeit, handlungsfähig und liquide bleiben zu können. Zu jeder Art des Wertpapiers kann das Depot in unterschiedlicher Höhe bedient werden. Dabei ist der Beleihung wird bei festverzinslichen Wertpapieren grundsätzlich höher als bei Aktien. Das selbst für sehr risikofreudige Investoren sollen kreditfinanzierte, spekulative Investments einen bestimmten Teil der Anlage nicht übersteigen. Denn nur so ist gewährleistet, das Wertpapieren nicht in anderen Zeiten verkauft werden müssen, weil das Geld dringend benötigt wird oder die Börsenlage unsicher geworden ist. Auch bei einem reinen Anleihen ist eine Beleihung mit Risiken für den Anleger verbunden. Besonders bei lang laufenden Anleihen kann ein starker Anstieg des Kapitalmarktzinsniveaus zu Kursverlusten führten, sodass die kreditgebende Bank wegen Überschreitung des Beleihungsrahmens weitere Sicherheiten fordert. Können diese Sicherheit nicht kurzfristig beschafft werden, ist das Kreditinstitut möglicherweise zu einem Verkauf der Depots gezwungen. Steuerliche Risiken können von mehreren Seiten einer Kapitalanlage einwirken. Die nachträgliche Besteuerung beim Anleger der Privatanleger, die auf Rendite und Substanz ein ausgerichtet ist, sollte die steuerliche Behandlung ihrer Kapitalanlagen beachten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Freibeträge ausgeschöpft sind.










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