Archive for the 'L' Category

Lehman Opfer

Zahlen ohne Gegenwert
Mitte des letzten Jahrzehnts war es immer üblicher bei amerikanischen Banken geworden, mit einer hohen Toleranz Kredite zu vergeben. Dies führte nun dazu, dass der Markt für Immobilienkredite sich stark vergrößerte. Kreditzinsen waren niedrig, Eigenheimpreise stiegen jährlich in zweistelliger Höhe – Grund genug, so meinten Verbraucher, sich keine Sorgen zu machen. Jungen US-Bürgern sowie Immigranten gegenüber wurde eine spezielle Sorte Hypothekenkredit eingesetzt (“Subprime-Hypothekenkredit”), der eigens für Menschen mit schlechter Bonität geschaffen wurde. Genauer gesagt: Einkommensverhältnisse wurden schlicht und ergreifend hier nicht überprüft. Von allen Kreditverträgen, die 1999 abgeschlossen wurden, hatten die “Subprime”-Kredite einen Anteil von 20 Prozent. 2006 waren es 36 Prozent – es konnte bereits von einer Art eigenen Finanzmarkt die Rede sein, die hier ihren Raum begann einzunehmen: Sein Wachstum wurde in der ersten Hälfte des ersten Jahrzehnts mit 800 Prozent festgestellt.

Weiterverkauf des Wertlosen
US-Banken vergaben also Kredite mit hohem Risiko. Um diese jedoch aus den eigenen Bilanzen zu entfernen, wählten sie die Möglichkeit, eine hohe Anzahl dieser Kredite als “Paket” an andere Finanzhäuser zu verkaufen: Die Bezeichnungen “Asset Backed Securities” (ABS) sowie “Mortgage Backed Securities” (MBS) sind hier zutreffend. Tatsächlich wurden Tausende von “Subprime”-Krediten gemischt mit bonitätsgeprüften Krediten als Kombination weiterverkauft – weltweit. Für die Käuferbanken schienen die hohen Renditen sehr attraktiv – gleichsam waren auch diese davon überzeugt, der Immobilienmarkt der USA sei in einem fortwährenden, steilen Wachstum begriffen. Pakete wie diese wurden hoch gehandelt und hoch gewertet.

Die ersten Konkurse
2004 erhob die Amerikanische Zentralbank den Leitzins, um Kreditvergabe und inländische Wirtschaft zu steigern: Immobilienpreise sanken, Zinsen stiegen. Die Folge: Kredite aus 2005 und 2006 können nicht zurückgezahlt werden. Die Folge: Zwangsversteigerungen von Häusern. Die Folge: Immobilienmarktpreise brechen ein. Die Folge: Die Wertpapiere, für die “Subprime”-Kredite als Sicherheiten gedient hatten, waren wertlos. Genau diese Tatsache nennt man Wirtschaftskrise. Zunächst unkontrolliert als Flächenbrand in den USA. Nichts anderes startete also die “Finanzkrise”, als dass ungedeckte Kredite weiterverkauft worden waren – an alle großen Banken, die dann unvermittelt feststellten, dass sie weit weniger Eigenkapital hatten, als sie angenommen hatten. Und noch etwas ergab sich: Misstrauen zwischen Banken. Traditionsgemäß leihen Banken einander kurzfristig ohne Sicherheiten. Doch nun nicht mehr. Man lieh einander nur noch gegen Sicherheitsaufschlag und erhöhte hiermit den Zinssatz.

Bear Stearns, Freddie Mac/Fannie Mae, AIG, Lehman Brothers Inc.
Lehman Brothers hatte den Rang der viertgrößten US-Investmentbank und war der größte Kredithändler im US-Immobilienmarkt. Es waren viele Tochtergesellschaften beteiligt, auch das Lehman Brothers Bankhaus AG in Frankfurt/Main. Wertpapiere mit einem scheinbaren Marktwert von 3,9 Milliarden Dollar wurden nun plötzlich wertlos, Lehmann meldete Insolvenz an – wie drei andere US-Banken auch: Bear Stearns, Freddie Mac/Fannie Mae, AIG waren die drei anderen, welche  jedoch von der US-Regierung gestützt wurden. Lehmann Brothers erhielten keine Regierungshilfe – wie man heute weiß, ohne nachvollziehbaren Grund. Möglicherweise ging es der USA darum, ein Exempel zu statuieren – es hätte auch jeder andere zu genau dieser Zeit um einen Staatskredit gebeten haben können und wäre leer ausgegangen. Oder umgekehrt: Wären es Lehman Brothers gewesen, die an erster Stelle der vier Banken Konkurs angemeldet hätten, wären sie ohne Weiteres noch heute aktiv. (Nur noch zwei Banken blieben dem US-Markt dann tatsächlich noch erhalten: Goldman Sachs und Morgan Stanley).

Nicht Lehman, sondern die Regierung entschied
Die US-Regierung ließ Lehman nach 158-jähriger Unternehmensgeschichte fallen und erzeugte somit die in Deutschland sogenannten Lehman-Opfer. Zur generellen Situation in Deutschland: Banken sind an Entschädigungsfonds angeschlossen, des Weiteren sind Kundenguthaben durch Einlagensicherungssysteme geschützt – aber nicht bei genau der Art von Papieren, die deutsche Banken jedoch von Lehman erworben hatten. Lehman nämlich hatte sogenannte “Zertifikate” herausgegeben (formal gesehen: Wertpapiere in Form einer Anleihe bzw. Inhaberschuldverschreibung, deren Rückzahlung nach einem festen Muster erfolgt).

Nicht nur der Welt schadete dieser “Schachzug”, Lehman als einzige Bank nicht zu unterstützen, sondern der USA selbst. Aus den Stadtkassen San Mateos z. B., einer Stadt mit 750.000 Einwohnern, verschwanden an genau an jenem Tag, dem 15. September 2009, 155 Millionen US-Dollar, die in entsprechende Wertpapiere angelegt waren. Dutzende Lehrer wurden gekündigt, Neueinstellungen erfolgten bis heute nicht. Pendelverkehr wurde radikal eingeschränkt, Pläne für ein Frauengefängnis auf Eis gelegt. 148 Millionen US-Dollar, die von der kalifornischen Regierung hier für Bauprojekte zugesagt worden waren, konnten nicht ausbezahlt werden – entsprechend gingen 1.648 Arbeitsplätze verloren, weil sie nicht, wie geplant, geschaffen werden konnten. Nun besteht in der Gemeinde eine Arbeitslosigkeit von 9 %, doppelt so viel wie vor 18 Monaten – alles in allem verloren die ungefähr 30 Stadtregierungen Kaliforniens 250 Millionen US-Dollar. In der Gemeinde befindet sich der weltweite Software-Magnat Oracle Corp. und der Biotec Konzern Genentech. East Palo Alto, ein Stadtteil, hat nun 20 Prozent Arbeitslosigkeit.

Nicht Lehman, sondern die Citibank betrog
Somit waren es 50.000 deutsche Privatanleger (zusätzlich eine Anzahl von Bankinstituten), deren Lehmann-Papiere sich nun faktisch als wertlos herausstellten. Diese waren den Endkunden seinerzeit seitens der Banken mit einer erhöhten Verkaufsaggressivität und ohne pflichtgemäße Risikoaufklärung verkauft worden – wie den deutschen Verbraucherzentralen (am massivsten über die Citibank, auch über die Dresdner Bank) damals zur Kenntnis gelangte. Etwa sei es in diesem Zusammenhang üblich gewesen, Risikopapiere quasi als Spareinlagen zu deklarieren, wird von den beteiligten Verbraucherschützern entsprechend noch nachvollzogen. Über die Citibank war später bekannt geworden, dass sie gezielt ältere Kunden adressierte. Diese wurden dazu überredet, sichere Anlagen aufzugeben, um eben nicht einlagengesicherte, also mit hohem Risiko behaftete Lehman-Zertifikate zu erwerben. Rein rechtlich gesehen konnte die Bank nicht wissen, dass Lehman keine Regierungszuwendungen bekommen sollte. Aber sie hätte den Anlagetyp der “Zertifikate” als unsicher beschreiben können. Was definitiv nicht geschah. Und somit habe die Bank hier nicht anlage- bzw. anlegergerecht beraten oder irreführend geworben – dies sei aber durchaus nicht notwendigerweise nachweisbar, wenn die von der Bank fingierten Gesprächsprotokolle auf die Freiwilligkeit des Kunden hinweisen. 20 Verfahren sind noch derzeit vor dem Hamburger Landgericht angängig, täglich ergeben sich neue Richtersprüche in Deutschland, die den Opfern recht geben – in Einzelfällen werden den Betroffenen seit mehreren Monaten regelmäßig mehrere Tausend Euro Schadenersatz zugesprochen.

Denn um ganz andere US-Banken geht es wirklich
Strategien der Wall Street, die den “Subprime”-Verschleierungen ähnelten, denen Lehmann zum Opfer gefallen war, haben in den letzten zehn Jahren den Euro unterminiert – es waren US-amerikanische Banken, die Griechenland geholfen haben, dessen bereits neun Jahre anhaltende finanzielle Lage durch versteckte Kredite in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar mit Zahlungsziel 2019 zu verschleiern. Mitte Februar 2010 veröffentlichte die New York Times, dass genau an Aktivitäten wie dieser insbesondere die Goldman-Sachs-Bank aktiv beteiligt gewesen war. 2001 bereits, gerade nach der Einführung des Euros in Griechenland, hatte Goldman Sachs dem Land geholfen, sich Milliarden zu leihen, ohne dass die Europäische Zentralbank darauf aufmerksam werden konnte. Dieses Vorgehen wurde der Öffentlichkeit vorenthalten – vielmehr wurde es als ein Währungsgeschäft getarnt, um Griechenland weiterhin zu ermöglichen, über seine Mittel hinaus Geld auszugeben und gleichzeitig den Regelungen der EU zu entsprechen. Im letzten Jahr lehnte Griechenland ein vergleichbares Geschäft jedoch ab. Eurostat, das Europäische Amt für Statistik, hatte bereits in seinem letzten Jahresbericht erwähnt, europäische Staaten würden bei Verträgen fiktive (bzw. weit höher als real benannte) “Selbstauskünfte” angeben, um die Europäischen Überwachungsinstanzen zu unterlaufen.

Es ist nicht so, dass die Krise vorbei wäre
Zu erkennen, wie es tatsächlich um Griechenland bestellt ist bzw. war, ist eine der bisher größten Herausforderungen an die Europäische Zentralbank. Große Weltbanken hängen direkt von der Situation ab, sollte es Griechenland verunmöglicht werden, seine Realschulden abzubauen, wäre dies nun weit deutlicher weltweit zu spüren als alles, was im abgelaufenen Jahrzehnt als Wirtschaftskrise der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es war sicherlich nicht die Wall Street, die für Europas Schuldenprobleme verantwortlich zeichnet – denn die Verträge mit Griechenland übertraten in keiner Weise gesetzliche Rahmenbestimmungen. Die amerikanischen Banken nutzten lediglich die Gelegenheit, die sich ihnen bot: eine lohnende Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden. Die Frage, die sich stellt: War es nur Griechenland, mit denen die US-Banken dergleichen Verträge schlossen? Das Prinzip, Kredite an nicht zahlungskräftige Kreditnehmer auszugeben ebenso wie jenes, die Aktenlage nicht danach aussehen zu lassen, erinnert an erst jüngst Vergangenes. Die Währungsverträge verletzend, führten Italien und Griechenland den Euro ein, obwohl sie seinerzeit weit mehr verschuldet waren, als die Union es eigentlich zuließ: Man hatte künstlich die Schulden verschleiert. 1996 war es bereits keine geringere als die US-Bank JP Morgan gewesen, die mit Italien dieselbe Art Vertrag schloss. Griechenland erhielt US-Bargeld bereits im Jahre 2000 – als Gegenleistung führte es die Regierungseinkünfte aus dem Lottogeschäft an den Handelspartner zurück. 2001 dann ging es um die erwähnte Flughafengebühr (hier wurden überdies noch auf Flughäfen und Autobahnen Hypotheken aufgenommen), 2005 und 2008 folgten noch weitere Verträge, 2009 stimmte Griechenland nicht mehr ein.

Im Übrigen gilt: Krise ist immer
Folgt man Niklas Luhmanns Gesellschaftstheorie, trifft man auf den Grundsatz, Gesellschaft werde dann realisiert, wenn Menschen miteinander kommunizieren. Damit sie dies unmissverständlich tun, hat die Menschheit, so Luhmann, bestimmte Medien (allgemein akzeptierte Ideengerüste) definiert, die jeweils den Hintergrund für bestimmte Kommunikations-Situationen bilden. Hier ist etwa gemeint: wenn wir am Straßenverkehr teilnehmen und jemandem anderen signalisieren, dass er passieren kann, folgen beide “Gesprächspartner” dem Ideengerüst “Wir befinden uns jetzt im Straßenverkehr”. Oder: Wenn es um bedruckte Papiere geht, die dem Ideengerüst “dieses ist bares Geld wert” entsprechen, geht es um das Verhältnis zwischen zwei Menschen, welches besagt, dass sie miteinander Geldwirtschaft betreiben.

Kommunikation besteht hier – vereinfacht gesagt – daraus, nur aus dem, was ich sprachlich oder per Signal mitteilen möchte, worauf hin ich eine Antwort erhalte, die in einer bestimmten Situation einem von Luhmann sogenannten “Medium”, nämlich einem Hintergrund folgt, vor welchem sich beide Sprecher gleichzeitig befinden. Ob Sprecher A aber daran morgen noch festhält, was er gegenüber Sprecher B heute sagte, kann nicht vorhergesehen werden. Möglich, dass es Sprecher B hofft, so etwas nennt man Vertrauen. Aber zwingend logisch ist dies nicht. Wenn Sprecher A Sprecher B etwas mitteilt, das für Sprecher B von Bedeutung ist, dies aber aus örtlichen Gründen nicht persönlich überprüfen kann, weiß er nicht wirklich. Oder er vertraut. Gleichwohl weiß Sprecher B nie, ob Sprecher A eine wichtige Information einfach nicht mitteilt.

Alles kann kommuniziert werden – gleichgültig, ob es sich auf Sachverhalte bezieht, die von einem Gegenüber so selbst in Augenschein genommen werden könnten (oder logisch klingen) oder nicht. Wenn ein Bankangestellter Kunden gegenüber sagt, sie könnten einen Kredit bekommen, auch wenn sie über gar kein Einkommen verfügen, und sein Gesprächspartner diese Kommunikation annimmt und nicht ablehnt (hier wäre eine Überprüfung nicht einmal möglich), ist dies der erste Fall, der darauf hindeutet, dass wir es bei der gesamten Globalen Krise nur mit gelenkter Kommunikation zu tun haben, die Informationen zurückhält. Die sich unberechenbar jederzeit wiederholen kann. Wertpapiere werden Käufern gegenüber so bezeichnet, sodass dieser keine Information darüber erhält, dass sie nichts wert sind. Diesem bliebe jedoch immer die Freiheit, dies zu überprüfen, indem er Dritte fragt. Was Banken untereinander erst begannen, als es zu spät war und wieder aufhören wollen. Es ist im Übrigen hier auch stets eine willkürlich (medien-)gelenkte Kommunikation gewesen, von “Lehmann-Opfern” zu sprechen. Es kann jederzeit überprüft werden, dass die Firma Lehmann zu ihren Kunden nicht in einem Täter-Opfer-Verhältnis stand, sondern selbst zum Opfer gegenüber Dritten wurde.

Um es kurz zu machen: Begebe ich mich in eine Situation (als Käufer, als Kunde) darf ich sicher hoffen, dass mein Gegenüber mir einen authentischen Gegenwert liefert. Hingegen ist jede Krise nichts anderes als die Erfahrung, dass etwas Gesagtes (ein Wert) mit etwas Überprüfbarem (einem Gegenwert) nicht übereinstimmt. Oder die nachträgliche Erfahrung, dass etwas nicht gesagt wurde (manchmal neun Jahre lang, wenn es darum geht, man nehme an, Griechenland sei schuldenfrei und der Euro sei stark, manchmal nur für ein Jahr wie bei der Entdeckung, dass Zertifikate wertlos waren). Wann dies in welchem Ausmaß geschieht – vermag niemand zu sagen. Gerade jetzt wird wieder sehr vieles verschwiegen (aus der Finanzwelt gegenüber den Medien oder gegenüber Behörden), was eine Information wert wäre. Anders gesagt: Die nächste Kommunikationskrise ist schon vorbereitet. Wenn es um einen Kommunikationshintergrund geht, vor welchem man mit Geld kommuniziert – kann man selbstverständlich schon jetzt von der nächsten Finanzkrise sprechen, die tatsächlich jetzt in diesem Moment in aller Härte bereits besteht, aber lediglich noch nicht als Information entdeckt wurde.

Vermögen im Alter: Leibrente und amerikanische Variante

Nicht nur der Verkauf einer Immobilie gegen einen einmaligen Betrag macht aus ihrem Haus wieder Kapital. Auch eine Veräußerung auf Rentenbasis innerhalb oder außerhalb der Familie kommt in Betracht. Damit kann Eigenheimbesitzer das Kapital, was bisher in der Immobilie steckte, unmittelbar in eine lebenslange Zusatzrente verwandeln. Allerdings muss er sich dann ein neues Zuhause suchen. Die Höhe der monatlichen oder jährlichen Zahlung, die der Käufer leisten muss, sollte sich am Marktwert der Immobilie orientieren und daran, wie lange die Verkäufer wahrscheinlich noch leben. Gerade Letzteres ist wichtig. Denn: je kürzer dieser Zeitraum ist, umso höher muss die Rente ausfallen und natürlich umgekehrt. Doch wie alt wird der Verkäufer? Die Antwort auf eine solche Frage ist schwer. Auskunft über die durchschnittliche Lebenserwartung gibt z. B. die Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes. Der Nachteil: Sterbetafeln sagen nur etwas über die durchschnittliche Lebenserwartung. Sie können also nur ein Hinweis auf zu kalkulierende Zeiträume geben. Wird ein Verkäufer deutlich älter, als beim Verkauf kalkuliert, geht es für den Käufer daher nicht auf. Stirbt der Eigentümer früher als erwartet, hat der Käufer das Haus oder die Eigentumswohnung preiswert erworben.

Eine weitere Möglichkeit, die eigene Immobilie zum Zwecke der zusätzlichen Altersversorgung zu nutzen, stammt aus den USA. Dort wurde bereits vor Jahren das Prinzip der umgekehrten Hypothek entwickelt. Es basiert auf dem einfachen Prinzip, dass Menschen sich so, wie sie im Lauf ihres Lebens im eigenen Haus oder zur eigenen Wohnung gekommen sind, sich auch wieder von dem einen oder anderen trennen können: per Hypothek.

Im Alter jedoch kehren sich die Zahlungsströme um. Wer nach jahrelangem Warten für einen Baukredit bezahlt hat, erhält jetzt über einen langen Zeitraum Geld aus dem Verkauf des Hauses. In den USA und in Kanada sind diese umgekehrten. inzwischen marktgängige und staatlich überwachte Produkte. Sie werden von Banken, Bausparkassen und Hypothekenbanken angeboten. Wer dort die sogenannte „mortgage“ eingehen will, muss mindestens 62 Jahre alt sein; Gesundheitszustand und Einkommensverhältnisse sind unerheblich. Auch die Immobilie muss nicht schuldenfrei sein. Die Hypothek bemisst sich am Marktwertimmobilie abzüglich Schulden. Der Kunde kann zwischen einem Einmalbetrag oder einer lebenslangen monatlichen Rente wählen.Der Benutzer einer solchen Hypothek muss nicht aus seinem Haus ausziehen. Für den Rest seines Lebens bleibt er in den eigenen vier Wänden wohnen und ist damit für die Werterhaltung der Immobilie verantwortlich. Gibt der Besitzer seine junge Immobilie jedoch zurück das gewährte Darlehen in einem der zur betreffenden Zeit anstehenden Höhe zurückgezahlt werden. Die Darlehensschuld kann dabei bar oder durch den Verkauf der Immobilie ausgeglichen werden. Übersteigt beim Verkauf der Erlös den Schuldbetrag, fließt der Überschuss dem Darlehensnehmer oder seinen Erben zu. Ob das Modell in Deutschland Zukunft hat, steht noch in den Sternen. Bemühungen, die umgekehrte Hypothek hierzulande einzuführen, hat es bereits gegeben. Bis zum heutigen Tag sind deutsche Varianten des US-Vorbilds jedoch nicht über Versuchsphasen hinausgekommen.

Absicherung des Todesfalls bei fondsgebundenen Lebensversicherungen

Die Kosten für die Sicherung des Todesfalls den Appell von der Sterbenswahrscheinlichkeit der versicherten Person. Diese hängt zum Beispiel vom Alter ab oder davon, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, einen Raucher oder ein Nichtraucher. Die Versicherungsgesellschaften benutzen hierzu die sogenannte Sterbetafeln welche die Sterbenswahrscheinlichkeit messen und die Grundlage für die Berechnung der Risikoabsicherungs-Kosten bilden. Außerdem sind die Risikokosten abhängig vom Todesfallschutz. Da die meisten fondsgebundenen Lebensversicherungen abgeschlossen werden, damit ein bestehendes Risiko versichert wird, sollten Anleger unbedingt darauf achten, dass genügend Todesfallschutz vereinbart wird. Hat ein Anleger zum Beispiel eine Versicherung über 50.000 € mit 60% Todesfallschutz abgeschlossen, landen in den Händen der Hinterbliebenen beim Todesfall lediglich 30.000 € oder den Wert des angesparten Kapitals, wenn dieser höher ist. 30.000 € sind aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Steinen und werden sicherlich nicht ausreichend sein für die Absicherung einer Familie im Todesfall des Haupternährers. Die Administration-und Verwaltungskosten einer von Police sind von Gesellschaft zu Gesellschaft und von der Tarif zu Tarif unterschiedlich und in ihrer Gesamtheit meistens sehr schwer herauszubekommen. Deshalb lohnt sich das genau nachfragen. Worauf sollte man nun bei fondsgebundenen Lebensversicherungen achten? Sicherlich darauf, dass die Risikoabsicherung ausreichend hoch ist, wenn man Risikoschutz benötigt. Ferner sollte man hinterfragen, welche Fonds zur Verfügung stehen, wie hoch die Kosten sind, welcher Zusatz – Service geboten wird und wie flexibel der Tarif den persönlichen Wünschen angepasst wird.
Ferner ist die Frage wichtig, wer die Vermögensverwaltung des
Sparanteils verwaltet und ob überhaupt eine Variante angeboten wird. Außerdem sollte man hinterfragen, wie das Ergebnis der Vermögensverwaltung bisher gewesen ist. Von rund 96 Millionen Lebensversicherungsverträgen in Deutschland sind nur ein kleiner Teil fondsgebundenen Lebensversicherungen.
Wegen der neuen Steuerregelung von Policen seit Anfang 2005 wurden noch zum Ende des Jahres 2004 besonders Lebensversicherungen abgeschlossen. Verträge die bis zum aller 31.12. 2004 abgeschlossen wurden waren unter den folgenden Bedingungen steuerfrei: mindestens 12 Jahren Laufzeit, Beitragszahlung nur mindestens fünf Jahre, mindestens 60% Todesfallschutz nach dem dritten Versicherungsjahr und keine wesentliche Änderung in den letzten 12 Jahren. Basis hierfür war das Alterseinkünftegesetz. Die bisher unterschiedliche Besteuerung von Einkünften im Alter sollte vereinheitlicht und auf einer Lage der Besteuerung umgestellt werden deshalb wurde das Steuerprivileg für Lebensversicherungen gekippt. Aus diesem Grund sind Lebensversicherung seit dem Jahresbeginn 2005 nicht mehr steuerfrei.
Die Steuern fallen an für die Differenz zwischen dem ein Zahlbetrag und dem, was die Versicherungsgesellschaft wieder ausbezahlt. Gemessen wird jeweils mit dem persönlichen Steuersatz zum Zeitpunkt der Auszahlung. Je länger die Laufzeit, desto größere Steuervorteil: Bei mehr als zwölfjähriger Laufzeit und Alter des Versicherungsnehmers niemals von 60 Jahren werden nur 50% des Mehrerlöses besteuert. Mittlerweile können auch Einmalbeträge angelegt werden, was für Anleger einen ziemlichen Flexibilitätsgewinn darstellt. Wenn nun der Versicherungsnehmer stirbt werden die Versicherungssummen aus einer Lebensversicherung auf jeden Fall steuerfrei ausbezahlt, auch wenn der Versicherungsfall vor Ablauf von 12 Jahren eintritt.

Fondsgebundene Lebensversicherungen

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen handelt es sich um eine Kombination von Sparplan und Risikolebensversicherung. Die Prämien, die dabei gezahlt werden, lassen sich in drei unterschiedliche Bereiche aufteilen: Bei einem werden die  Absicherungskosten fällig, also das Einrichten der Versicherungskosten. Dann entstehen Kosten für Vertragsabschluss, Administration und Verwaltung und als drittes schließlich der eigentliche Sparanteil. Bei den meisten fondsgebundenen Lebensversicherungen, die den Deutschen angeboten werden, ist der Sparanteil in so genannte Publikumsfonds investiert. Je nach Gesellschaft und Tarif stehen den Lebensversicherern unterschiedliche Investmentfonds verschiedener Fondsgesellschaften zur Verfügung. Die klassischen Kapitallebensversicherungen liegen ihren Deckungsstock, also das Sparvermögen, hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere (direkt oder über Spezialfonds) und relativ kleinen Teilen auch Immobilien, Beteiligung, Hypotheken, Aktien und Alternativeninvestment an. Aufgrund dieser konservativen Anlage können Kapitallebensversicherungen nur ein Garantie von 2,25% geben und dies auch erst seit dem 1.1.2007.

Man wird mit Kapitallebensversicherung also nicht gerade reich, da sind Geldscheine selbst auf einem Sparbuch besser angelegt. Hinzukommt auch noch, dass die Garantiezeit sich nicht auf die vom Versicherten geleisteten Prämienzahlung bezieht, sondern nur auf einen Teil, nämlich den der tatsächlich in den Sparanteil fließt!
Die Rendite fällt damit also noch niedriger aus. Dagegen wird das Anlagevermögen der formgebundenen Lebensversicherung meistens nicht so konservativ angelegt.

Der Versicherungsnehmer ist mit Fondspolicen direkt an der Entwicklung seines Sparanteils beteiligt, und dieser kann sich positiv, über gewisse Zeit aber auch negativ entwickeln. Das heißt das Anlagerisiko bei fondsgebundenen Lebensversicherungen trägt der Versicherungsnehmer. Nachteile wie bei Investmentsparpläne und die Ablaufproblematik treten ebenso auf. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei einer vom Policen drei bis fünf Jahre pufferzeiten ab Laufzeit einzukalkulieren, damit die Vorurteile nicht in einer Baisse zu Tiefstpreisen verkauft werden müssen. Ferner bieten einige Versicherer an, die Anteile nach Ablauf der Versicherungsdauer nach fünf Jahren kostenlos verwahren, oder die Anteile auszuhändigen. Damit kann genau das vorangenannte, nämlich der Verkauf der Vorteile zu Niedrigstpreisen, vermieden werden. Formgebundenen Lebensversicherungen werden häufig abgeschlossen, um eine höhere Rendite als mit einer herkömmlichen Lebensversicherung zu erzielen, wobei allerdings auch das Anlagerisiko höher ist. Geldmarktsfonds und offene Immobilienfonds dienen nicht  ausschließlich als Anlage im Rahmen einer formgebundenen Lebensversicherung, denn hier ist das Verhältnis Kosten/ zusätzliche Erträge ungünstig. Solche konservativen Fonds innerhalb von Fondspolicen eignen sich aber als Geld – Parkplätze, als Switch-Möglichkeiten eines Aktien-Fonds oder als Sicherung kurz vor Ablauf des Versicherungsvertrages. Inzwischen bieten auch viele ausländische Gesellschaften fondsgebundene Lebensversicherungen an.

Durch die europäische Harmonisierung bei Lebensversicherungen aus EU-Ländern werden Fonds steuerlich den deutschen Lebensversicherungen gleichgestellt. Luxemburgische und liechtensteinischen Lebensversicherungsgesellschaften werden zusätzlich mit einigen speziellen Vorteil, zum Beispiel dem besonders flexiblen Anlagerichtlinien. Dass keine Meldung an das Erbschaftsteuer-Finanzamt erfolgt, wenn die Versicherung an den Begünstigten ausgezahlt wird, dass es keine Kontrollmitteilungen deutsche Finanzbehörden gibt, und die Auskunftspflichten über deutschen Behörden auf wenige Ausnahmen beschränkt sind.

Ferner bieten ausländische Lebensversicherungen einen besseren Pfändungsschutz, während deutsche Lebensversicherung leicht gepfändet werden können. Einige formgebundenen Lebensversicherungen werden nicht als jährliche Lebensversicherung angeboten, sondern als ein sehr flexibles Anlageinstrument für wohlhabende Privatanleger. Durch die individuelle Anpassung der Bedingungen an die Bedürfnisse dieser Klientel können zum Teil komplizierte steuerliche, erbrechtliche und andere Probleme gelöst werden. Man spricht auch von Bank-Assurance-Geschäften.

Fondgebundene Lebensversicherungen

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine kapitalbildende Lebensversicherung auf Basis eines Investmentfonds. Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung handelt es sich um eine gemischte Lebensversicherung, die teilweise oder ganz auf Basisanteil des Sondervermögens eines Investmentfonds bezogen wird. Während jedoch bei einer Kapitallebensversicherung der Sparanteil zu rund 80% in sichere Geldanlagen investiert wird, werden die Sparanteile der
fondsgebundenen Lebensversicherungen in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Immobilien angelegt. Die riesige Partie für den Todesfall ist der Kostenanteil für Verwaltung und Provision-ansonsten sind alle fondsgebundenen Lebensversicherung und klassischen Lebensversicherungen annähernd gleich. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung garantiert die fondsgebundene Lebensversicherung nicht ausufernde Wertsteigerungen. Dabei entscheidet der Anleger selbst, wie risikoreich sein Geld angelegt werden soll. Diese Wahl hängt vom jeweiligen Versicherungspartner und von Frauentyp ab. Bei Aktienfonds sind die Gewinnchancen am größten. Damit ist jedoch auch eine größere Gefahr von Verlusten verbunden. Die Alternative sind dann Fonds. Hier sind die Aufschläge nicht zu hoch, die Gewinnaussichten jedoch entsprechend niedriger. Bei Immobilienfonds sind auch die Verlustausschläge gering. Die Laufzeit der Verträge beträgt üblicherweise 12 Jahre. Nach Ablauf dieser zwölfjährigen Mindestlaufzeit sind die Zinserträge grundsätzlich steuerfrei. Eine Kündigung während der Versicherungsdauer ist möglich, aber nicht sinnvoll. Denn im Falle einer frühzeitigen Kündigung erhält der Anleger wohl nur den Wiederkaufswert. Der ist in den ersten Jahren geringer als die Summe der eingezahlten Beiträge. Die Alternative zur Kündigung wäre deshalb eine beitragsfreie Weiterführung des Vertrags. Wird die Versicherungssumme zum Zeitpunkt fällig, ist es günstiger, sich anstelle des Geldbetrags die Papiere aushändigen zu lassen. Die Vorteile können dann später zu einem günstigeren Zeitpunkt wieder verkauft werden. Beiträge zu den Fonds-Lebensversicherungen zählen nicht zu den steuerbegünstigten Vorsorgeaufwendungen. Ansonsten geltende Besteuerungsgrundsätze und Lieferverträge, die auf ausführbare Lebensversicherungen anzuwenden sind.

Risikolebensversicherungen werden von den Vertretern der Gesellschaften nicht sehr gern angeboten. Der Grund: Sie bringen nicht die guten Provisionen. Für viele Kunden jedoch sind sie dringend notwendig. Und auch in der Altersvorsorge spielen sie eine wichtige Rolle. Obwohl sie nicht unmittelbar zum Verbindungsaufbau beitragen. Im Gegenteil: Wer jahrelang Prämien für eine Risikolebensversicherung zahlt, bekommt im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung am Ende der Laufzeit keinen Cent ausbezahlt. Dafür sind die Policen entsprechend billiger zu handhaben. Für ein Vertrag über eine Risikolebensversicherung abschließt, füllt damit aber dennoch Versorgungslücken. Und zwar für seine Hinterbliebenen. Das gilt für Berufsanfänger, die bereits eine Familie sorgen, mussten genauso wie für Alleinerziehende, die Kinder und kein Geld haben, um Rücklagen oder eine Altersversorgung aufzubauen und dennoch ihre Kinder gut versorgt wissen wollen. Auch Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, tun mit einer Risikolebensversicherung viel für ihre Angehörigen. Da wäre zunächst war der Familienschutz zu nennen: Wenn das Haupteinkommen auswählt, müssen Lebenspartner und Kinder solange abgesichert werden, bis sie neben der gesetzlichen Hinterbliebenenrente selbst ein angemessenes Einkommen verdienen können. Dabei gilt für die Ermittlung der Versicherungssumme und der Rentenleistung, die im Todesfall des Versicherten ausbezahlt wird: Sind noch kleine Kinder zu versorgen, bekommen sie das Fünffache, bei älteren Kindern in der Familie oder zur Versorgung der Ehefrau das drei – bis vierfache des Brutto-Jahreseinkommens. Das Risiko bestimmt die Prämien. Die Jahresprämie für eine Risikolebensversicherung hängt von der Höhe der Versicherungssumme und von der Laufzeit des Vertrags ab. Entscheidend ist darüber hinaus das Eintrittsalter des Versicherten. Aus gutem Grund: je älter der Versicherungsnehmer ist, desto höher ist auch das Todesfallrisiko. Wegen ihrer statistisch gesehen in geringeren Lebenserwartung zahlen Männer mehr als Frauen. Im Antrag fragt Gesellschaft nach dem Gesundheitszustand des Kunden. Bei Versicherungssummen ab 125.000 € oder einem Eintrittsalter ab 50 Jahren verlangen die meisten Versicherer auch noch eine ärztliche Untersuchung. Allerdings sind auch diejenigen Kunden, die kein ärztliches Attest vorlegen müssen, dazu verpflichtet, im Antrag wahrheitsgemäß Angaben über den Gesundheitszustand zu machen. Nach dem Todesfall gibt es kein Geld, wenn Todesursache auf eine nicht angegebene Vorerkrankung zurückzuführen ist.

Das Liquiditätsrisiko

Die Liquidität einer Kapitalanlage beschreibt die Möglichkeit für Anleger, Vermögenswerte jederzeit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Dies ist dann der Fall, wenn Anleger Wertpapiere verkaufen können, ohne dass ein – gemessen am Umsatzvolumen – durchschnittlich großer Verkaufsauftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt und nur auf deutlich niedrigerem Kursniveau abgewickelt werden kann. Breite und Tiefe des Marktes und die Schnelligkeit und Problemlosigkeit der Transaktionen entscheiden. Tiefe besitzt ein Markt wenn viele offene Verkaufsaufträge zu Preisen unmittelbar über dem Markt vorhanden sind und umgekehrt viele Kaufverträge zu Preisen unter der unter dem aktuellen Kursniveau.

Breite besitzt der Markt hingegen, wenn diese Aufträge nicht bezahlt sind, sondern sich außerdem auch auf hohe Handelsvolumen ihr beziehen. Enge und illiquide Märkte führen zu Schwierigkeiten beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. In vielen Fällen kommen tagelang ähnliche Notierungen an der Börse zustande, oder das umsatzstärkste Segment entscheidet. Für solche Wertpapiere bestimmen Kursangebot (Briefkurs) oder Nachfrage (Geldkurs). Unter diesen Umständen ist eine Abwicklung des Kaufs- oder Verkaufsauftrages nicht sofort, nur in Teilen oder nur zu ungünstigen Bedingungen möglich. Zusätzlich können höhere Transaktionskosten entstehen. In Iliquiditätsphasen wird aufgrund der Ausgestaltung des Wertpapiers oder des Marktes geschlossen: Die Liquidität kann aus anderen Gründen eingeschränkt sein. So ist bei Wertpapieren, die auf Namen lauten, die Umschreibung zeitaufwendig. In Spanien ist die Handelbarkeit von Neuemissionen oft bis zu deren Zertifizierung ausgeschlossen. Das kann mehrere Monate dauern. In einigen Ländern, wie Frankreich oder Italien, können aus bedingte Erfüllungsfristen bis zu sechs Wochen betragen; den Käufern von Wertpapieren fließen die Verkaufserlöse entsprechend spät zu. In Ländern Südostasiens, sogenannten Tigerstaaten, ist nach dem Erwerb von Wertpapieren ein kurzfristiger Kauf verkaufen mitunter nicht möglich.
Oft wirken irrationale Faktoren auf die allgemeine Kursentwicklung an der Börse ein: die psychologischen Marktgesetze. So können Stimmungen, Meinungen und sogar Gerüchte bedeutende Kursrückgänge verursachen. Und das, obwohl sich die Ertragslage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen nicht einmal nachteilig verändert haben müssen. Vom psychologischen Marktrisiko sind in erster Linie Aktien betroffen. Einem besonderen Risiko sind kreditfinanzierte Wertpapierdepots ausgesetzt. Besonders dann, wenn Anleger kurzfristig liquide Mittel brauchen. Zwar ist die Beleihung des Wertpapierdepots eine Möglichkeit, handlungsfähig und liquide bleiben zu können. Zu jeder Art des Wertpapiers kann das Depot in unterschiedlicher Höhe bedient werden. Dabei ist der Beleihung wird bei festverzinslichen Wertpapieren grundsätzlich höher als bei Aktien. Das selbst für sehr risikofreudige Investoren sollen kreditfinanzierte, spekulative Investments einen bestimmten Teil der Anlage nicht übersteigen. Denn nur so ist gewährleistet, das Wertpapieren nicht in anderen Zeiten verkauft werden müssen, weil das Geld dringend benötigt wird oder die Börsenlage unsicher geworden ist. Auch bei einem reinen Anleihen ist eine Beleihung mit Risiken für den Anleger verbunden. Besonders bei lang laufenden Anleihen kann ein starker Anstieg des Kapitalmarktzinsniveaus zu Kursverlusten führten, sodass die kreditgebende Bank wegen Überschreitung des Beleihungsrahmens weitere Sicherheiten fordert. Können diese Sicherheit nicht kurzfristig beschafft werden, ist das Kreditinstitut möglicherweise zu einem Verkauf der Depots gezwungen. Steuerliche Risiken können von mehreren Seiten einer Kapitalanlage einwirken. Die nachträgliche Besteuerung beim Anleger der Privatanleger, die auf Rendite und Substanz ein ausgerichtet ist, sollte die steuerliche Behandlung ihrer Kapitalanlagen beachten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Freibeträge ausgeschöpft sind.



Suche nach Forex Themen



eToro