Die verschiedenen Anleiheformen
Fremdwährungsanleihen senken das Risiko: Bei diesem Anleihen entfällt das Währungsrisiko völlig, da sie in Euro herausgegeben werden.
Bei den sogenannten Doppel-Währungsanleihen handelt es sich um alte Sonderformen von Fremdwährungsanleihen. Bei diesen Papieren erfolgt die Zinszahlung und/oder die Rückzahlung in einer anderen als der Emissionswährung. Häufig sind aber Währungsanleihen mit einem Wahlrecht ausgestattet: Es kann sowohl für Anleger als auch für Emittenten gelten. Gewählt wird, in welcher Währung die Zinsgutschrift und/oder Rückzahlung erfolgt. Dieses Recht gilt gleichermaßen für Anleger oder Emittent.
Welchen Zinsabschlag der Anleihenanleger eventuell für die Ausübung dieses Rechts hinnehmen muss, ist in dem Emissionsbedingungen enthalten.
Bei Staatsanleihen, bei denen die Bonität des Schuldners entscheidet, ist die Bonität auch das Auswahlkriterium, das nach einem Kauf nach längeren Zeitabständen wieder kontrolliert werden sollte. Anleihen von Industrieunternehmen, nationalen Institutionen in der Welt, Anleihen der Weltbank oder sonstiger erstklassiger Emittenten lassen normalerweise an der Bonität nichts zu wünschen übrig. Es gilt im Übrigen sich nicht zu sehr von den höheren Renditen zweitklassiger Schuldner leiten zu lassen. Es sei denn, der Anleger ist zu diesem risikobereit. Er sollte bedenken: je höher die Rendite, umso höher auch die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Bei Anleihe – Sonderformen handelt es sich um Sonderformen von festverzinslichen Wertpapieren. Dieser Markt entwickelt sich rasant. Zu den herkömmlichen Anleihen kommen nun Sonderformen, Anleihen mit besonderer Ausstattung.
Diese Vielfalt erschwert die Überschaubarkeit. Gleichzeitig wachsen die Chancen für Anleger, mit Anleihen Gewinne zu machen. Im Gegenzug musste der Anleger sich über die Risiken der verschiedenen Anleiheformen informieren. Überdurchschnittliche Gewinne versprechen zum Beispiel Wertpapiere, die mit besonderen Rechten ausgestattet sind. Aktien – oder Wandelanleihen bieten zum Beispiel die Vorzüge herkömmlicher Anlagen ermöglichen es den aber Anlegern zugleich, von Kursgewinnen an den Börsen zu profitieren. So genannte „Junk-Bonds“ beziehen dagegen ihre Chancen aus der besonders schlechten Bonität ihrer Emittenten. Wandelanleihen existieren als Finanzierungsinstrument schon seit gut einem Jahrhundert.
Sie sind ein Zwitter aus Anleihen und Aktien. Als Anlageform sind sie nicht unkompliziert, denn um die Chancen der Papiere einschätzen zu können müssen sich die Anleger sowohl im Bereich Anleihen als auch bei Aktien auskennen. Wandelanleihen sind Schuldverschreibungen, die dem Anleger das Recht einräumen, in die Schuldverschreibungen der ausgehenden Gesellschaft zu tauschen. Damit kann der Anleger wählen, war bei der Fälligkeit das investierte Kapital zurück will oder ob er zu einem beliebigen Termin vor Rückzahlung von seinem Weisungsrecht Gebrauch macht und Miteigentümer des Unternehmens – als Aktionär – wird.
Solange er nicht entscheidet, sein Wandlungsrecht auszuüben, wird die Anleihe wie eine herkömmliche Anleihe verzinst und der Fälligkeit des Kapitals im Nennwert von 100% zurückgezahlt. Mit Ausübung dieses Wandlungsrecht erlischt das Forderungsrecht auf die Rückzahlung der Anleihe. Wandelanleihen sind Aktienspekulationen mit Sicherheitsnetz. Das Kursrisiko der Anleihe ist durch eine feste Verzinsung nach unten begrenzt. Die Zinszahlung erfolgt jährlich. Das Kapital wird, wenn nicht vom Umwandlungsrecht Gebrauch gemacht wird, zum Nennwert zurückgezahlt. Gleichzeitig profitieren die Anleger, falls sich die Aktien des Unternehmens gut entwickeln. Bei Aktienanleihen wiederum handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, deren Verzinsung deutlich über dem vergleichbarer Bundesanleihen liegt. Der Emittent behält sich dafür das Recht vor, bei Laufzeitende entweder den Nominalbetrag zurückzuzahlen oder eine bestimmte Anzahl von Aktien zu liefern.
Comments(0)