Altersvorsorge: Riester-Rente und Durchhaltestrategie
Riesterverträge können nur mit zertifizierten Produkten abgeschlossen werden. Dies können zum Beispiel Bankensparpläne, klassische private Rentenversicherungen, Fondsversicherungen, Fondssparpläne, Pensionskassen, Pensionsfondskassen, eventuell auch Direktversicherungen. Riesterverträge lassen sich also nicht mit Versorgungsprodukten, sondern durchaus sinnvoll auch mit Fondsprodukten durchführen. Insbesondere die langen Laufzeiten bei den Riesterverträgen und die Kapitalmehrheitsgarantien auf die eingezahlten Beträge sprechen für eine Anlage in Aktienfonds. Da Riesterverträge anfangs nur schleppend verkauft werden konnten, wurden durch das Alterseinkünftegesetz einige Erleichterungen eingeführt. Beispielsweise muss der Anleger nicht mehr jedes Jahr erneut die Zulage beantragen, sondern kann dem Produktanbieter eine Vollmacht erteilen. Dies führte dazu, dass zum Ende des Jahres 2007 rund 9 Millionen Riester–Verträge abgeschlossen waren, was rund einem Viertel der Anspruchsberechtigten entspricht. Weitere Informationen zur Riester-Rente sind erhältlich bei der zentralen Zulassungsstelle für altes Vermögen (ZfA). Sie können die von ihnen eingesparten Beträge allerdings nicht flexibel entnehmen wann, und wie sie möchten, sondern es gibt enge gesetzliche Vorschriften, der Gesetzgeber auch jederzeit ändern kann. Ein herkömmlicher Sparplan in einem Fonds ist auf jeden Fall flexibler, wenn auch nicht gefördert. Hier können Sie auch ohne Restriktionen vor ihrem 60. Lebensjahr auf die angespannten Ersparnisse zugreifen und Sie können die Auszahlung im Alter flexibel abrufen. Man kann das eine tun sollte aber das andere nicht lassen. Das heißt, wenn sie ein gefördertes Riesterprodukt abschließen, sollen sie außerdem noch einen herkömmlichen Investment-Sparplan beginnen. Diese gibt ihm jederzeit die nötige finanzielle Flexibilität. In England sichern die Menschen durch ein so genanntes „pension scheme“ ihre Altersvorsorge, entweder privat oder über den Arbeitgeber vereinbart wird, und die fest in den Händen der Versicherungsgesellschaft ist. Für solche „pension schemes“ gibt es erhebliche steuerliche Vergünstigungen. In den USA dagegen ist die Altersvorsorgeform der so genannten „time Fonds“ fest ernannte Fondsgesellschaften. Diese werden gemäß dem US-Einkommensteuergesetz steuerlich gefördert und werden entweder in den Arbeitgeber oder individuell vereinbart. Für die individuelle Altersvorsorge haben die Fondsgesellschaften Spezialfonds gegründet, die jeweils eine bestimmte Lebenssituation zugeschnitten sind. Außerdem bieten die Rentenpläne zum selber machen in Form von ausführlichen Broschüren und Beschreibungen, wie man mithilfe von Investmentfonds von seiner Altersvorsorge sichern kann. Das größte Problem bei der Altersvorsorge mit Investmentfonds ist oft der Anleger selbst. Er opfert nicht selten die ins Auge gefassten langfristigen Ziele seiner kurzfristigen Wünschen. Dies zeigt die durchschnittliche Dauer von Sparplänen, die mit rund fünf Jahren extrem kurz ist. Die Probleme sind, dass es bei Investmentfonds keinen steuerlichen Anreiz gibt, mindestens 12 Jahre durchzuhalten wie bei Lebensversicherungen. Ferner hat der Anleger bei Investmentfonds eine wesentlich höhere Transparenz als beispielsweise bei Lebensversicherungen. Investmentgesellschaften dürfen Kunden, die frühzeitig einen Sparplan beenden, nicht bestrafen wie dies Lebensversicherungen durch geringe Rückkaufwert tun. Es sind also die positiven Eigenschaften des Investmentsparer, Transparenz und Flexibilität, die dazu führen, dass die Investmentanlage meistens vor anderen Anlageformen bei Geldbedarf angegangen wird. Die steuerliche Förderung von langfristigen Investmentsparpläne wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Ein gewisser Druck oder ein steuerliches Bonbon für das Durchhalten der langfristigen Altersvorsorge muss geschaffen werden, auch wenn es schwierig ist, die notwendige Disziplin an den Tag zu legen.