Altersvorsorge mit Fonds
Die Altersversorgung und die Diskussion darum, wie unsicher die staatliche Rente ist, stellt ein beherrschendes Thema in allen europäischen Ländern dar. Immer mehr Anlegern wird die unangenehme Realität bewusst, dass sie neben der staatlichen Rente und einer eventuellen Betriebsrente auch privat vorsorgen müssen. Anders als in anderen Ländern werden in Deutschland fast ausschließlich Versicherungsprodukte zur privaten Altersvorsorge genutzt, da diese lange Zeit steuerlich privilegiert wurden. Erst langsam holen Investmentprodukte auf, insbesondere nach Einführung des Altersvorsorge, Fonds und der Riester-Rente. Wie hoch die Renten in der weiteren Zukunft einmal sein werden, lässt sich heute kaum abschätzen, und eine gewisse Vorsicht kann auf keinen Fall schaden. Nutzen Sie ruhig einen Investmentsparplan, um für das Alter vorzusorgen. Im Alter ein paar Euro mehr zu haben, die man hier und dort ausgegeben kann, schadet nie. Investmentsparpläne eignen sich hervorragend als Bausteine für die Altersvorsorge. Allerdings ergibt sich das Problem, dass die Entwicklung zum Ende des Sparplan einen gravierenden Einfluss auf das Gesamtergebnis hat. Ein Kursrückgang oder gar einem Crash am Ende der von ihm vorgesehenen Laufzeit bedroht das gesamte über die Jahre angespannten Fondsvermögen und reduziert daher die einzelnen Rentenzahlungen empfindlich. Hieraus ergibt sich die folgende Aufgabenstellung: Der Gedanke der privaten Altersvorsorge ist akuter als je zuvor. Investment-Sparpläne eignen sich sehr gut als Bausteine für die Altersvorsorge. Das Problem ist, dass ein Crash am Ende des Ansparvorgangs das Ergebnis vermiest, möchte der Anleger in den Griff bekommen. Egal ob es sich bei ihrem Berater um einen Bankangestellten oder einen unabhängigen Anlageberater handelt: Einzelne Berater werden normalerweise an kurzfristigen Zielen gemessen und bezahlt. Nur wenige denken an Regelfallstrategien, die sich über 20,30 und mehr Jahre erstrecken. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass der Anlageberater, der sie jetzt betreut, dies auch noch tut, wenn sie ins Rentenalter gehen. Sie müssen daher die für sie persönlich sehr wichtige Aufgabe ihrer Altersvorsorge im Zweifelsfall selbst bewältigen. Dabei sollten sie die Altersvorsorge in vier Phasen unterteilen:
Phase eins: der reine Sparzeitraum. Damit kann nicht früh genug begonnen werden. Ein monatlicher Sparplan in einen oder mehrere Aktienfonds bietet sich an, um über Jahre eine hohe durchschnittliche Wertsteigerung zu erzielen. Eine Baisse sollte ohne Nervosität ausgesessen und zur Nachzeichnung genutzt werden. Wenn einmal mehr Geld übrig sein sollte, kann dieser Betrag jederzeit flexibel in Nachzeichnungen verwandt werden. Umgekehrt lässt sich ein Fonds-Sparplan auch einmal stoppen oder verringern, wenn es finanziell einmal eng werden sollte.
Phase zwei: Beobachtungs-Zeitraum. Etwa drei bis fünf Jahre vor Rentenbeginn sollten Sie die Fonds, die Sie ansparen, und die entsprechenden Märkte sehr genau beobachten. Während der Beobachtungs-Phase wird der Sparplan weitergeführt. Bei einer Baisse müssen Sie nichts Besonderes tun, und es ist bis zum Rentenbeginn noch ausreichend Zeit für eine Kurserholung. Nach einer Hausse setzt der Umschichtungsprozess ein. Das genaue Ende einer Hausse lässt sich dabei nicht voraussehen. Wenn Sie eine besonders gute Börsenzeit erlebt haben, ist es keine schlechte Idee, zumindest ein Teil ihres Gewinns durch Umschichtung sicherzustellen.
Phase drei: Umschichtungsprozess
Konnten Sie drei bis fünf Jahre vor Rentenbeginn eine längere, besonders gute Phase beobachten, sollten Sie einen Teil des Vermögens in einem weniger volatile Fonds (z. B. Geldmarktsfonds (bei Immobilienfonds, Garantiefonds) überführen. Es ist dabei in der Regel nicht nötig, bei Rentenbeginn das gesamte angespannte Vermögen umzuschichten, da sie als Rentner meistens nicht einen großen Betrag auf einmal, sondern eher eine monatliche Summe benötigen. Bei der heutigen demografischen Entwicklung kann der Verzehrprozess durchaus 20 bis 30 Jahre und mehr betragen und damit oft länger als der Ansparprozess. Es genügt im Regelfall, bei Rentenbeginn etwa 1/3 bis die Hälfte des Betrages in weniger riskante Fonds umgeschichtet zu haben. Der Rest kann weiter in Aktienfonds arbeiten.