Archive for August, 2010

USA: Wirtschaft blickt aufwärts

Die Bürger der USA haben ihre Ausgaben für den Konsum im Juli 2010 so intensiv erhöht, wie dies seit vier Monaten nicht der Fall war. Da auch die individuellen Monatsverdienste sich erhöhten, ist man nun guter Hoffnung, dass die Verbraucher weiter zum gemäßigten Wachstum der Vereinigten Staaten von Amerika beitragen. Die Konsumausgaben erhöhten sich nun um 0,4 Prozent, und damit um auffällig mehr, als dies von Finanzexperten vorherzusehen gewesen wäre; die Einkommen wiesen eine Erhöhung von 0,2 Prozent auf. Genau der Faktor des privaten Verbrauchs ist elementar für die US-Wirtschaft: Der Anteil am Gesamtvolumen beträgt zwei Drittel. Von April bis Juni des Jahres hatte sich dieser Faktor um 1,6 Prozent erhöht, in der Bundesrepublik waren es 9 Prozent.

Metallbranche: Nicht 6 Prozent Lohnerhöhung

Die Arbeitgeber der Metallberufe haben die Forderung der IG Metall nach einer sechsprozentigen Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter der Metallindustrie abgewiesen. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes, Martin Kannegießer, schrieb in der “Bild am Sonntag” inhaltlich, der Nachhall der Wirtschaftskrise sei in seinem Zusammenhang ganz und gar nicht mit der Maßnahme wie einer Lohnerhöhung in einer solchen Höhe zu vereinbaren. Zunächst müsse man Betriebe und Beschäftigung stabilisieren. In diesem Sinne, so Kannegießers Ansicht, reichte eine Lohnerhöhung um 2,7 Prozent ab Frühjahr 2011 nebst zwei Pauschalzahlungen für 2010. Dies war das Ergebnis von Tarifverhandlungen im März 2010, mit welchem sich die IG Metall im Nachhinein unzufrieden zeigte.

Intel: Nun auch Handychips

Für etwa eine Milliarde Euro kauft Intel das Handychip-Geschäft von der Firma Infineon. Die amerikanische Firma zahlt für die Transaktion 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), so teilte das Unternehmen aus Neubiberg mit. Die Sparte WLS werde als selbstständige Einheit weiter handeln und auch die Kunden im Bestand weiter pflegen, so erklärte ein Sprecher es. Intel werde die Technik in die bestehenden Angebote einbinden. Die globale Nachfrage nach drahtloser Technologie wachse weiterhin mit einem bemerkenswerten Tempo. Deshalb sei man überzeugt davon, dass sich Intel nun in einer guten Position befinde, wenn man nun genau den entsprechenden Bedarf in jedem Computer-Segment bedienen könne. Nämlich nicht nur Handys, sondern auch tragbare PCs werden zukünftig hier eingebunden.

Japan: Mehr Bargeld

Japan stellt den Banken mehr Geld zur Verfügung, während der Leitzins auf einem Rekordtief stehen bleibt. Im Endergebnis sollen dann 30 Billionen Yen (275,5 Milliarden Euro) zur Verfügung haben, dies bedeutet eine Steigerung des bisherigen Bargeldvolumens um 50 Prozent. Der japanische Leitzins hält sich kontinuierlich bei 0,1 Prozent. Anlass für das Vorgehen war die auffallende Stärke des Yen, die ein 15-Jahres-Hoch zum US-Dollar erreicht hatte und somit die Wirtschaft Japans belastete, die sich vorwiegend auf den Export stützt. Derzeit befindet sich der Yen gegenüber dem US-Dollar im Minus; auch der Nikkei-Index sank wieder beträchtlich, nachdem die Ankündigung öffentlich verlautbart wurde.

Fielmann: Schwarze Zahlen

Fielmann, die größte Optikerkette Deutschlands, verkaufte im 2. Quartal des Jahres 2010 1,6 Millionen Brillen; der Umsatz stieg hier um fünf Prozent auf 250 Millionen Euro (Vorsteuergewinn: 41 Millionen; Vorjahr: 39 Millionen). Im ersten Quartal waren die Verkäufe um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum gestiegen; dies ergab eine verkaufte Stückzahl von 1,5 Millionen. Im laufenden Jahr ist es geplant, 20 neue Filialen zu eröffnen; der Konzern beschäftigt derzeit 13.200 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren auch 24 neue Geschäftsstellen hinzugekommen, sodass es derzeit 644 Standorte gibt. Dies sind 5 Prozent aller Fachgeschäfte im Bereich Optik in der Bundesrepublik; im Jahre 2009 erzielte Fielmann einen Anteil im Absatzmarkt in Höhe von 48 Prozent; im Umsatzmarkt in Höhe von 19 Prozent und konnte sich somit als absoluter Marktführer behaupten.

IG Metall: Setzt Zeichen

Branchenweit sollen bei der IG Metall zukünftig erstmals dieselben Lohnzahlungen für Stammbeschäftigte wie auch für Zeitarbeiter gelten. Es soll der Grundsatz des gleichen Geldes für gleiche Arbeit fortan dringend eingehalten werden, so gab der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, gegenüber dem Handelsblatt zu Protokoll. Die entsprechenden Verhandlungen, die am 6.9.2010 beginnen, betreffen 85.000 Beschäftigte. Tarifpolitisch ist dies eine Premiere: Firmen sollen Leihkräften eine Entlohnung zusichern, die über deren Zeitarbeiter-Tarifverträge hinausgeht. Burkhard spricht hier von einem “Aufschwungmanagement”, welches nur im Sinne der Mitarbeiter zu einem solchen werden kann. Man hoffe, hiermit ein Zeichen für andere Branchen, etwa anderer Metallbetriebe sowie auch der Elektroindustrie, zu setzen.

LBBW: Im Tief

Nach einem Plus in Höhe von 302 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im ersten Halbjahr 2010 ein Minus von 290 Millionen Euro. Dies teilte ein Sprecher des Geldinstitutes am 26.8.2010 mit. Abschreibungen auf Staatsanleihen hatten sich nämlich auf 650 Millionen Euro summiert; Bonds europäischer Staaten, die hoch verschuldet sind, waren im zweiten Jahresviertel deutlich an Wert gesunken. Das Handelsergebnis der Bank betrug nun nach diesem ersten Halbjahr Minus 710 Millionen Euro; diese Zahl hatte für den Vorjahresvergleichszeitraum 704 Millionen Euro im Plus gelautet. Die größte deutsche Landesbank beabsichtigt daraufhin, Geschäfte für Staatsanleihen wie auch für sonstiges Kreditersatzgeschäft um mindestens sechs Milliarden Euro zu verringern. Prognosen für den zweiten Halbjahreszeitraum gibt es seitens der Bankdirektion nicht.

Euro: Hält sich

Eine positive Stimmung in der bundesdeutschen Industrie hat den Euro am 26.8.2010 im asiatischen Börsenhandel unterstützt. Dem US-Dollar war der Euro um 0,1 Prozent näher gekommen, nämlich mit 1,2676. Gegenüber dem japanischen Yen stieg der Euro um 0,4 Prozent, dies bedeutete einen Betrag von 107,48. Dieser notierte zum US-Dollar mit 84,77. Die Notenbank soll nun von der japanischen Regierung um Lockerung der Geldpolitik gebeten werden; dies vermeldete die Zeitung “Asahi”. Ein US-Dollar wurde am Vormittag mit 1,0288 Schweizer Franken notiert, ein Euro mit 1,3066 Franken. Somit hatte es die europäische Gemeinschaftswährung wieder geschafft, sich oberhalb eines Sechswochentiefs zu halten, in welchem sie sich noch in der laufenden KW 34 befunden hatte.

Kik: Mindestlohn bundesweit sichergestellt

Kik führt ab 1.Oktober 2010 den Mindestlohn pro Stunde von 7,50 Euro ein; für Ballungsräume gelten auch derzeit bereits höhere Stundensätze, wie der 18.000 Mitarbeiter starke Konzern mitteilte. Ein solcher Schritt trägt entscheidend dazu bei, Aushilfskräfte in strukturschwächeren Regionen zur aktiven und kontinuierlichen Teilnahme am Geschäftsgeschehen zu motivieren. Diese Maßnahme wurde sowohl von der Gewerkschaft Verdi gelobt (diese hatte mehrfach gegenüber Kik den Vorwurf bzw. Verdacht des Lohn-Dumpings geäußert). Jedoch auch der Arbeitgeberverband HDE äußerte hierzu, dass genau dieses Verhalten marktgerecht und zukunftsorientiert sei, indem hier auf den Schutz eines Tarifvertrages eingegangen werde, nämlich dem des Einzelhandels. Einem solchen Beispiel könnten weitere Discounter-Ketten Deutschlands in absehbarer Zeit folgen.

Roche: Investiert in Krebsfrüherkennung

100 Millionen US-Dollar (ca. 80 Millionen Euro) investiert der Schweizer Pharmakonzern Roche, um das kalifornische Privatunternehmen BioImagine Inc. zu übernehmen. Diese Firma ist darauf spezialisiert, mikroskopische Gewebeproben in hoch aufgelösten Bildern abzubilden. Dies kann geschehen, um Pathologen Informationen an die Hand zu geben, die sich direkt auf Behandlungsentscheidungen elementar auswirken können. Dieser Bereich der personalisierten Medizin gehört zum Kerngeschäft der Abteilung Roche Diagnostics. Mit einem Zukauf wie diesem, der in seiner Transaktion nur in wenigen Wochen abgeschlossen sein wird, versetzt sich das Schweizer Familienunternehmen in die Lage, einen entscheidenen Fortschritt in der Entwicklung der Früherkennung von Brustkrebs zu leisten: Die automatisierte Bildanalyse in diesem Zusammenhang kann zu schnelleren und effektiveren Behandlungen führen.

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