Archive for June, 2010

Deutsche Preise: Entwicklungen drastisch

Wie das Statistische Bundesamt am 10.06.2010 mitteilte, hat sich der Preis für Superbenzin innerhalb eines Jahres um 12,9 Prozent gesteigert – leichtes Heizöl konnte im Mai 2009 noch für 34,9 Prozent weniger eingekauft werden als im Mai 2010. Gaspreise wiederum haben sich entsprechend um 9,3 Prozent gesenkt. Bei Nahrungsmitteln kann im Zusammenhang mit den benannten Vorjahresvergleichen insgesamt ein Preisanstieg um 1,3 Prozent beobachtet werden, dieser enthält zwar eine Preissenkung von Getreide um 0,6 Prozent, jedoch einen Preisanstieg von Butter um 20,2 Prozent.

Unabhängig davon waren Tomaten im Mai 2010 um 18,5 Prozent billiger als im April 2010, Eisberg- und Kopfsalat sanken hier um 44,1 Prozent.

Bundesgesetz: Deutsche Kreditnehmer können aufatmen

Ab dem 11.06.2010 tritt ein bundesweites Gesetz zum Vorteil des Verbrauchers in Kraft. Dieses besagt, dass Verbraucherdarlehen nur noch mit einer realistischen Beispielrechnung (basierend auf einem effektiven Jahreszins) beworben werden dürfen. “Realistisch” meint hier: In zwei Dritteln aller Fälle können tatsächlich Kreditverträge mit einem Zins wie dem in der Werbung beschriebenen so während der gesamten Laufzeit durchgehalten werden. Weiterhin enthält das Gesetz die Bestimmung, dass ein Darlehen nicht ausschließlich in Verbindung mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen werden darf: Dies muss der Kreditgeber beweisen können. Auch dürfen nun Verbraucherdarlehen (auch wenn sie auf Grundpfandrecht basieren) fristlos gekündigt werden (eine Vorfälligkeitsentschädigung ist nun mit maximal einem Prozent, bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr mit maximal einem halben Prozent gesetzlich geregelt).

Europa: Zentralbank tagt über Zinsen

Am 10.06.2010 entschied sich die Europäische Zentralbank, das Zinsniveau auch weiterhin nicht zu verändern. Die turnusmäßige Sitzung des Geldpolitischen Rates war zu diesem einheitlichen Beschluss gekommen – mit der Folge, dass der zentrale Zwei-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz (zur Finanzierung der Geschäftsbanken) bei einem Prozent stehen bleibt. Ein niedriger Inflationsdruck und Wirtschaftsschwäche hatten eine entsprechende Entscheidung im Vorfeld vermuten lassen – hier gehen Kenner der Branche mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von einer unveränderten Lage im weiteren Verlauf des Jahres 2010 aus. Vor nahezu einem Jahr, nämlich im Mai des Jahres 2009 war dieses Zinsniveau als Absenkung von 25 Basispunkten vereinbart worden.

Deutsches Bankwesen: Arbeitsbedingungen verbessert

Wie es am 10.06.2010 verlautete, ist für die 240.000 Bankbeschäftigten in Deutschland eine Tariflösung gefunden worden. Zwei Monate an Verhandlungen hatten im Endergebnis moderate Gehaltserhöhungen sowie einen besseren Gesundheitsschutz erzielt; dieser Vertrag wurde mit einer Laufzeit von 22 Monaten bis Februar 2012 vereinbart. Bereits im Januar des Jahres 2011 werden die Mitarbeiter öffentlicher wie auch privater Banken um 1,6 Prozent mehr an Gehalt ausgezahlt bekommen sowie im August 2010 eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro (für Auszubildende 75 Euro).

Wichtig bei diesem Tarifvertrag seien jedoch nicht in erster Linie die Verdienststeigerungen, wie Verdi-Bundesvorstand Foullong betonte. Es ist nun klar vereinbart, dass Bankvorgesetzte weniger Druck auf Untergebene ausüben dürfen, als es vorher zuweilen der Fall war und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Weiterhin ist nun die Altersteilzeit verlängert worden bis zum Ende des Jahres 2014 und die Vorruhestandsregelung bis zum Ende des Jahres 2012.

Ungarn: Kein Staatsbankrott

Ungarns Lage sei in der KW 22 des Jahres 2010 übertrieben dargestellt worden, so ließ Mihaly Varga am Wochenende verlauten. Varga ist Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten und mit dem neuen Premier Viktor Orban vertraut. Ungarn sei sehr wohl in der Lage, das mit dem Internationalen Währungsfonds vereinbarte Verschuldungsziel von nur 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen. Gegenteilige Äußerungen des ungarischen Regierungssprechers Peter Szijjarto hatten zu Kursunruhen im Ausland geführt – jedoch waren diese in ihrer verschärften Rhetorik allein an die inländische Bevölkerung adressiert, die zum Sparen aufgerufen bzw. auf Einschnitte im sozialen Bereich vorbereitet werden sollte. Von einem ungarischen Staatsbankrott zu sprechen, sei nicht sachlich – man sei (gemessen an dem größten anzunehmenden Wirtschaftstief) in Sachen konsolidierender Wirtschaftspolitik bereits mindestens 18 Monate weiterentwickelt, als es Griechenland zurzeit sei, so Varga.

Luftfahrt: Weltzahlen optimistisch

Für die Luftfahrtbranche erwartet der Weltverband IATA für 2010 einen Gewinn: Weltweit sagt man für Fluggesellschaften im Allgemeinen einen Gewinn in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar (nach amtl. Wechselkurs vom 7. Juni 2010 etwa 2,09 Milliarden Euro) voraus; Passagierverkehr werde noch in diesem Jahr um 7,1 Prozent steigen, der Frachtverkehr um 18,5 Prozent. Begrenzt auf Europa gelten jedoch andere Zahlen: Nach der Aschewolke sei tatsächlich mit einem Verlust von 2,8 Milliarden US-Dollar (nach Wechselkurs wie oben etwa 2,34 Milliarden Euro) für 2010 zu rechnen. Jedoch auch für diesen Kontinent gilt: Das Frachtgeschäft wird sich am schnellsten erholen – ein Grundprinzip der Luftbranche.

Griechenland: Aktien sinken im Wert

Griechische Aktien befinden sich im 12-Jahres-Tief: Mit 1.430 Punkten am 7. Juni 2010 ist hier ein Stand erreicht, der zuletzt im März 1998 zu beobachten war. Besonders der Index der Bankenbranche sank um zeitweise 3,8 Prozent – auch Frankfurt und London gaben ebenfalls nach. Als Grund wurde hier die Unsicherheit über die Entwicklung der ungarischen Wirtschaft benannt, über die vor dem Wochenende Warnungen ausgesprochen wurden. Griechische Anleihen rentierten am Vormittag des 7. Juni 2010 wie folgt: zweijährige Bonds bei 7,5 Prozent, zwölfjährige Papiere knapp über 8 Prozent. Im Mai lagen zweijährige Bonds noch bei 21 Prozent, zwölfjährige Papiere über 12 Prozent.

Im Zweifel hilft Metro: Karstadt ist aus der Krise

Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, ist Karstadt definitiv gerettet – denn selbst bei Versagen von Investoren wird die Handelskette Metro die lohnendsten Häuser übernehmen. Nachdem am 9. Juni 2009 Arcandor, und somit Karstadt, Konkurs vermeldete, hatte der Insolvenzverwalter bis heute schwarze Zahlen erwirtschaftet – die jedoch stets belastet sind von hohen Mietkosten. Während der vergangenen Tage nun meldeten sich drei interessierte Investoren zu Wort: Triton, der bei einer Übernahme auch 25.000 Arbeitnehmer entlassen würde, die Highstreet-Gruppe (Goldman Sachs, Deutsche Bank, im Besitz sind hier bereits zahlreiche Karstadthäuser) sowie der Privatinvestor Nicolas Berggruen. Die Entscheidung trifft am Montag, dem 7. Juni 2010 der Gläubigerausschuss des Betriebsrates – scheitern diese Investoren (weil sie entweder zu wenig Lohn oder zu wenig Miete zahlen wollen), steigt Metro bei den lukrativsten Häusern ein.

Bankhaus wird gerügt: Milliardenstrafe für JP Morgan

Das US-Geldhaus JP Morgan hat Kundengelder von Eigengeldern jahrelang nicht sauber getrennt und muss deshalb nun 39,3 Millionen Euro Geldstrafe an die Financial Services Authority (FSA) zahlen, wie Letztere am 03.06.2010 in London mitteilte. Durch Vorgehensweisen, die zu dieser Sanktion geführt hatten, waren Bankkunden über lange Zeiträume durch JP Morgan insolvenzgefährdet worden. Das Bankhaus hatte sich selbst angezeigt. Die Folge: Der Strafbetrag fiel 30 Prozent niedriger aus, als wenn eine Anzeige von Dritten erfolgt wäre. Auch wenn es der höchste Betrag ist, den die FSA je als Sanktion benannt hat – für JP Morgan machen 33,3 Millionen Britische Pfund nur 1 Prozent der Eigenkapitalmenge aus, welches sie tatsächlich von Kundenvermögen getrennt halten.

Schweizer Firma verklagt Deutsche Telekom-Tochter

Die Firma Starhome aus Zürich verklagt T-Mobile USA (US-Tochter der Deutschen Telekom) und den Mitbewerber AT & T Mobility. Starhome klagt auf Unterlassung der beiden amerikanischen Konzerne im Bereich Mobilfunk, ungefragt und ungebilligt Dienstleistungen anzubieten, die die Schweizer in den Jahren 2005 und 2007 selbst für sich patentiert haben. Generell ist die Schweizer Firma ein weltweiter Hauptlieferant für eine breite Palette an Service-Elementen für den Handygesprächsverkehr – mit insgesamt 178 international gewerblichen Kunden bestehen hier Handelsverträge. Die Beklagten nun hatten es Handykunden ermöglicht, bei Auslandsaufenthalten mit denselben Kurzwahlnummern auf die Anrufbeantworter zugreifen zu können, wie dies im jeweiligen Inland der Fall ist. Dies legal durchzuführen, würde jedoch die Wahrung der beiden erwähnten Patentrechte voraussetzen.

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