Archive for May, 2010

Die Eurokrise ist keine Immobilienkrise

Nach einer aktuellen Aussage des Immobilienverbands Deutschlands (IVD) hat sich im Jahre 2010 das aktive Interesse von Käufern von Eigentumswohnungen, Geschäfts- und Wohnräumen stark vermehrt. Eine Folge: Mieterträge werfen nur noch Renditen von vier Prozent ab, so erklärt Volker Gerstenmaier (als Gesellschafter bei der Privatbank Ellwanger & Geiger in Stuttgart). Eine andere Folge, die vom Direktor der Berliner Sparkassen geäußert wurde, ist, dass beispielsweise in seinem Hause das Neugeschäftsvolumen der privaten Immobilienfinanzierung zu 34 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen war. Auch aus der Hamburger Sparkasse wird eine überraschend ansteigende Nachfrage in diesen Zusammenhängen vermeldet.

Der deutsche Energiesommer wird preiswerter

Sinkende Preise für Stromkunden sind möglich; die Bundesregierung öffnet den Markt für neue Gasanbieter. Dies soll ab 2010 der Fall sein können, wenn voraussichtlich der Bundesrat zustimmte. Energiemärkten in Deutschland habe es bisher an Transparenz und Offenheit gefehlt, so deutete Bundeswirtschaftsminister Brüderle an. Energiepreissenkungen waren bereits seit 2008 nicht an die Verbraucher weitergegeben worden; durch ein solches Gesetz wird schließlich erst ein funktionsfähiger Wettbewerb aus der Branche ermöglicht. Im Konkreten geht es hier um die Neufassung der sogenannten Gasnetz-Zugangsverordnung, die ohne Diskriminierung die Marktanteilnahme verschiedenster (auch kleinerer) Firmen an der bundesdeutschen Energieversorgung erlauben wird. In jedem Fall wird es nicht mehr gang und gäbe sein – ab Sommer bzw. Herbst 2010 – dass nur noch die Stadtwerke oder nur noch die “großen” Konzerne auf Kundenfang in Deutschland gehen können – und das bei von ihnen selbst festgelegten Preisen, sondern: Der Markt wird wie jeder andere, nämlich kundenfreundlich und konkurrenzbetont.

Commerzbank: Vorstandsmitglieder müssen mit 500.000 Euro pro Jahr auskommen

Wie “Der Spiegel” am Samstag vermeldet, beabsichtigt die Bundesregierung, die Erhöhung von Vorstandsgehältern der Commerzbank zu verhindern, sodass entsprechende führende Arbeitnehmer nun 750.000 Euro pro Jahr statt bisher 500.000 Euro erhalten würden; die letztere Gehaltsgröße war als Obergrenze vereinbart worden. Ebenso wird die Bundesregierung eine Auszahlung von Boni bis zu 2 Millionen Euro nicht billigen. Der Bund ist mit 25 Prozent an der Commerzbank beteiligt und stellte dieser bereits 18 Milliarden Euro als Ausgleich zu Schäden aus der Finanzkrise zur Verfügung. Derzeit ist die Commerzbank-Aktie mit 5,99 Euro notiert.

Bevölkerung Griechenlands uneins mit Sparkurs

Griechenland sieht bis zum 18.05.10 eine zweite Finanzspritze der Euro-Länder entgegen, diesmal in Höhe von 14,5 Milliarden Euro. Die erste war am 12.05.10 in Höhe von 5,5 Milliarden Euro in diese Richtung überwiesen worden: Absender war der Internationale Währungsfonds (IWF). Das Empfängerland ist umgehend gehalten, 9 Milliarden Euro direkt an Gläubiger weiterzuleiten. Insgesamt betragen die zu überweisenden Kredite 110 Milliarden Euro.

Für Donnerstagabend sind seitens der griechischen Gewerkschaften umfangreiche Streiks angekündigt worden. Dies als Antwort auf die vereinbarte Notwendigkeit, Griechenland möge in den folgenden drei Jahren 30 Milliarden Euro einsparen.

Finanzmarktsteuer würde Sparer benachteiligen

Wie die Bundeskanzlerin, so wird auch die FDP nicht dem Plan zustimmen, dass eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wird. Eine solche würde der Idee nach dazu dienen, Spekulationsgeschäfte einzudämmen. Wie jedoch die Parteiführung nach einer Präsidiumssitzung verlauten ließ, befürchte man eine Benachteiligung nämlich auch von Sparern und Kleinanlegern – und stimme der Grundsätzlichkeit nach mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) überein.

Ebenso weist Wirtschaftsminister Brüderle dieser Art Steuer keinen Sinn zu, Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger verwies auf die Unvereinbarkeit mit den Zahlungssystemen Kanadas und dem der USA. Wohingegen Österreichs Finanzminister Josef Pröll Deutschland kritisierte, seinen Widerstand hier aufzugeben. Nur Deutschland sei dagegen, so Pröll inhaltlich.

Die Bundesopposition, nämlich Sigmar Gabriel, stimmt ebenfalls öffentlich mit Österreich überein: Ohne Finanzmarktsteuer entgingen Deutschland jährlich bis zu 20 Milliarden Euro verloren – Geld, welches gegenwärtig wichtig sei. Die CSU schließt sich dieser Meinung zwar an, gibt jedoch zu bedenken, dass eine solche Steuer nur gleichzeitig und weltweit von Nutzen sei.

Euro und Börsen: Zahlen aus der Tiefe

Der DAX begann den 17.05.10 mit einem Wert von 6.029,91 Punkten, das sind 0,44 Prozent niedriger als am 14.05.10. Weiterhin begann der Kurs, sich leicht zu verbessern; in Asien hatten die Börsen im Minus geschlossen. London wies am 17.05.10 0,51 weniger an Prozentpunkten als am 14.05. auf, der Leitindex hatte den Wert von 5.235,85. In Paris eröffnete man am 17.05.10 mit 3.526,87 Punkten – gegenüber Freitag ist dies ein Minus von 0,94 Prozent der Vorwoche. Schanghai vermeldete für den gleichen Zeitraum einen Abfall über 5,07 Prozent; Japan um 2,17 Prozent. In Tokio ist der Euro gegenüber dem US-Dollar aktuell mit seinem Vierjahrestief notiert: 1,2243 USD pro EUR.

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